Jule Niemeiers Augen funkelten. „Wenn das keinen Spaß macht, ist man irgendwie falsch in dem Beruf“, sagte die 23 Jahre alte Durchstarterin aus Dortmund in Erwartung eines echten Highlight-Matches bei den US Open. Sie nimmt es mit Iga Swiatek, der Nummer eins der Welt, im Duell ums Viertelfinale auf. Und Niemeier will sich im Rampenlicht auf keinen Fall verstecken. „Es wird natürlich ein sehr schwieriges Match“, sagte die Wimbledon-Viertelfinalistin mit Blick auf die Partie am Montag, nachdem sie die Chinesin Zheng Qinwen mit 6:4, 7:6 (7:5) entzaubert und die nächste Etappe ihres erstaunlichen Laufes in New York geschafft hatte: „Ich habe ein Team, das mich sehr gut drauf einstellen wird. Sie kennen die Iga sehr gut.“ Die Iga, erst 21 Jahre alt, ist die beherrschende Figur im Frauentennis seit dem Rücktritt von Ashleigh Barty und peilt im „Big Apple“ ihren zweiten Grand-Slam-Triumph in diesem Jahr nach den French Open an. Viel schwerer geht es wohl nicht, aber Swiatek ist zumindest auf Hartplatz nicht unschlagbar, wie sich jüngst bei den Vorbereitungsturnieren in Toronto und Cincinnati zeigte. Dort überstand die Warschauerin das Achtelfinale jeweils nicht.

Tränenreicher Abschied

Während Niemeier erst am Anfang ihrer Profikarriere steht, erlebte Tennis-Queen Serena Williams bei den US Open einen emotionalen und tränenreichen Abschied. Nach ihrem Drittrunden-Aus gegen die Australierin Ajla Tomljanović ließ sich die 23-malige Grand-Slam-Turniersiegerin zwar ein Hintertürchen für eine Rückkehr offen („Man weiß nie“), doch ihre Aussagen und Danksagungen hatten „Goodbye“-Charakter.

„Ich fühle, dass ich dem Tennis wirklich etwas gegeben habe“, sagte die 40 Jahre alte US-Amerikanerin: „Der andere Look, die Siegerfaust, die verrückte Intensität.“ Sie sei „so dankbar, dass ich diese Momente hatte, dass ich Serena bin“. sid/dpa