Trainer Pellegrino Matarazzo sieht den VfB für das spannende Abstiegsendspiel in der Fußball-Bundesliga gewappnet. „In München haben wir gezeigt, dass wir mit Druck umgehen können. Wir wollen alles dafür tun und alles raushauen, um unsere Chance auf den direkten Klassenerhalt zu wahren. Die Jungs sind heiß“, sagte der 44-jährige Coach vor dem Saisonfinale daheim gegen den 1. FC Köln am Samstag (15.30 Uhr/Sky).

Nur mit einem Sieg kann der VfB noch die Relegation vermeiden. Allerdings müsste in diesem Fall Konkurrent Hertha BSC in Dortmund verlieren. Er werde das Ergebnis der Berliner „sicher mitbekommen. Jemand erzählt es immer auf der Bank“, sagte der VfB-Coach, „aber darauf liegt nicht unser Fokus. Wir schauen nur auf uns und unsere Leistung.“ Extreme Anspannung verspüren die Stuttgarter, die auf Philipp Förster (Magen-Darm-Probleme) verzichten müssen, vor dem letzten Spieltag angeblich nicht. „Man hat Druck über Wochen, es ist vor diesem Spiel kein anderer Druck“, betonte Matarazzo, dessen Team sich durch ein überraschendes 2:2 beim FC Bayern erst die Chance erarbeitet hat. Dies sei, ergänzte Matarazzo, „eine Riesen-Motivation. Wir haben viele Rückschläge erlebt in dieser Saison, wir haben es selbst in der Hand, unsere Saisonziele zu schaffen.“ Leistung und Ergebnis von München seien „energetisierend“.

In seinen insgesamt 502 Bundesligaspielen als Chefcoach hat Hertha-Kollege Felix Magath schon alles erlebt. Und doch bringt der anstehende Abstiegsshowdown in Dortmund den erfahrenen Trainer von Hertha BSC ein wenig aus der Ruhe. „Ich werde die Nacht vor dem Spiel kaum schlafen“, verriet Magath. Er weiß: Seine Mannschaft hat am Samstag einiges zu verlieren, nach zwei vergebenen Matchbällen zittern die Berliner um den Verbleib in der Fußball-Bundesliga. Dabei haben es die Herthaner selbst in der Hand. Ein Punkt reicht für den Klassenerhalt. „Ich sehe einen Grund für Hoffnung, weil wir uns stabilisiert haben. Das Minimalziel haben wir erreicht – doch jetzt wollen wir das Maximalziel erreichen“, sagte Magath. Er sei „leicht angespannt und nervös“, aber das sei er vor jedem Spiel, versicherte der 68-Jährige.

Für Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic (er ist wie Magath ein ehemaliger Angestellter des VfB Stuttgart) braucht es aber „keine Brandrede“ mehr, um die Spieler einzuschwören. „Jeder weiß, worum es geht. Es gilt jetzt, Zuversicht und Selbstbewusstsein auszustrahlen“, sagte Bobic.

Doch Zuversicht strahlen eben auch die Stuttgarter aus. Der VfB wittert nun doch noch die große Chance, hat zudem das Momentum nach dem starken 2:2 bei Meister Bayern München auf seiner Seite. Doch gerade die Kölner auf dem besten Weg in den Europapokal sind ein starker Kontrahent, bei dem es noch wirklich um etwas geht.

Im Gegensatz zu Vizemeister Borussia Dortmund – auch wenn BVB-Trainer Marco Rose nach einer insgesamt wenig überzeugenden Saison natürlich sagt: „Wir wollen unser letztes Heimspiel gewinnen.“ sid/dpa