Am Montag will Lionel Messi seinen Streik beenden. Um 17.30 Uhr wird der argentinische Superstar wieder im Mannschaftstraining des FC Barcelona erwartet – vorausgesetzt, sein vorheriger Corona-Test fällt negativ aus. In jedem Fall negativ bleibt die Stimmung rund um den 33-Jährigen. Schließlich scheint es mehr als fraglich, ob sein widerwilliger Verbleib bei den Katalanen trotz seiner Generalabrechnung mit dem Klub die richtige Entscheidung ist.

Der spanische Nationaltrainer und frühere Barça-Coach Luis Enrique vertritt jedenfalls die Meinung, dass Messi besser die Freigabe erteilt worden wäre. „Ich denke, Klubs stehen über jedem Spieler. Barcelona wurde 1899 gegründet und ist einer der besten Vereine der Welt. Er hat immer Titel gewonnen“, sagte Enrique: „Ich hätte es viel lieber gesehen, wenn es eine Einigung gegeben hätte.“ Früher oder später werde Messi, der von 2014 bis 2017 unter Enrique spielte, ohnehin nicht mehr in Barcelona sein: „Der Klub wird ohne Messi weiterhin Titel gewinnen, genauso wird Messi noch viele Jahre wunderbar sein, wenn er gegangen ist.“

Doch Messi geht noch nicht. Der 33-Jährige hatte am Freitag eine Kehrtwende vollzogen und angekündigt, seinen bis 2021 laufenden Vertrag doch erfüllen zu wollen. Messi schränkte aber ein, er wolle damit lediglich einen Rechtsstreit mit seinem „Herzensklub“ vermeiden. Der Verein um Präsident Josep Maria Bartomeu hatte auf die festgeschriebene Ablösesumme von 700 Millionen Euro gepocht.

Messi nahm das zum Anlass, um mit Bartomeu hart ins Gericht zu gehen. Der Klubchef habe ihm Steine in den Weg gelegt, sein Wort gebrochen und einen Abschied unmöglich gemacht. Dennoch würde er „niemals gegen Barça vor Gericht ziehen, weil es der Klub ist, den ich liebe“, sagte Messi, der seit 16 Jahren in Barcelona zu Hause ist: „Es ist der Klub meines Lebens.“ Ein Klub, in dem der sechsmalige Weltfußballer nach eigenen Worten in letzter Zeit aber kein Glück mehr gefunden hat. sid

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