Und wieder nichts mit dem Premierensieg: Die deutsche Nationalmannschaft hat auch im sechsten Anlauf in der Nations League den ersehnten ersten Erfolg verpasst. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw musste sich am Sonntagabend in Basel gegen die Schweiz mit einem enttäuschenden 1:1 (1:0) begnügen – und war damit sogar noch gut bedient. Ilkay Gündogan erzielte in der 14. Minute mit einem überlegten Flachschuss ins kurze Eck das 1:0. Doch Silvan Widmer (58.) gelang noch der Ausgleich für die Schweizer. Deutschland hatte drei Tage zuvor beim 1:1 gegen Spanien ebenfalls nur einen Punkt geholt und hat nun schlechte Chancen auf den Gruppensieg.

Gegen die Schweiz zeigte das Löw-Team Schwächen mit der riskanten Defensiv-Taktik und offenbarte auch Fitness-Probleme. Bester Mann im St.-Jakob-Park war Torhüter Bernd Leno. Interessanter Fakt: In der Schweizer Startelf war die Bundesliga mit sechs Spielern doppelt so stark vertreten wie in der deutschen.

Wegen des vollen Terminplans für seine Stars hatte Löw zuletzt heftige Kritik geübt – doch auf eine große Rotation verzichtete der Bundestrainer. Im Vergleich zum Spanien-Spiel veränderte er seine Startformation lediglich auf zwei Positionen: Leno und Innenverteidiger Ginter rückten für Kevin Trapp und Emre Can ins Team. „Die Eingespieltheit war mir in dem Fall etwas wichtiger“, begründete Löw.

Seine Mannschaft war genau wie gegen Spanien sofort um ein aggressives Pressing bemüht. Dabei gefiel vor allem der ballsichere und lauffreudige Leroy Sane, der in der 7. Minute auch die erste Torchance für die Gäste besaß. Der gute Start und Gündogans Führungstreffer gaben der DFB-Auswahl aber nicht noch mehr Rückenwind – im Gegenteil.

Die Schweizer nutzten die Schwächen der deutschen Defensiv-Taktik, die auf eine frühe Manndeckung ausgelegt war – auch wenn sich dadurch teils große Lücken ergaben. In der 26. Minute bereitete Breel Embolo mit einem schönen Pass auf Renato Steffen die große Chance zum Ausgleich vor, den Leno mit einer starken Fußabwehr verhinderte. Zuvor war der Keeper des FC Arsenal schon bei den Chancen von Loris Benito (12.) und Widmer (24.) auf dem Posten, außerdem klärte er gegen Granit Xhaka (44.).

Doch auch die Schweizer Defensive war anfällig, Julian Draxler (31.) und Timo Werner (38.) vergaben Möglichkeiten aufs 2:0. Nach der Pause hatte Julian Draxler zweimal den zweiten Treffer auf dem Fuß (52./54.). Die DFB-Defensive blieb anfällig – was die Schweiz mit dem Ausgleich bestrafte. In der Nachspielzeit gelang Xhaka per Kopf beinahe sogar der Sieg für die Schweizer. sid

Löws Rat an Draxler: Weg von Paris St. Germain


Die Botschaft an Julian Draxler kam überraschend – und war doch unmissverständlich. „Es wäre wichtig, einen Schritt (zu einem Verein) zu machen, wo er regelmäßig spielt“, sagte Bundestrainer Joachim Löw nach einem „längeren Gespräch“ mit dem 26-Jährigen: „Für Julian wäre es gut, wenn er Woche für Woche im Einsatz ist.“ Also: Nichts wie weg von Thomas Tuchel und Paris St. Germain! Dort kommt der Rio-Weltmeister nicht über die Rolle des Edelreservisten hinaus. In der vergangenen Saison brachte es Draxler – auch wegen einer Fußverletzung und einer Viruserkrankung – auf nur 22 Pflichtspiele (kein Tor), lediglich zwölf davon bestritt er von Beginn an.