Mehr Spieler, mehr Wechsel und damit weniger Belastung: Alfred Gislason atmete erleichtert auf, als er von den ersehnten Regeländerungen für die bevorstehende Handball-WM erfuhr. „Ein großes Dankeschön im Namen der Spieler für diese Entscheidung“, sagte der Bundestrainer, der angesichts des coronabedingten Mammutprogramms für seine Nationalspieler zuletzt vehement für eine Anpassung des Reglements geworben hatte.

Für die Weltmeisterschaft in Ägypten (14. bis 31. Januar) wird der erweiterte Kader von 28 auf 35 wachsen. Nominiert werden dann 20 statt bisher 18 Spieler, und aus diesem Kader können die Trainer ihre 16 Akteure für jedes Spiel neu bestimmen, ohne dass ein Wechselkontingent belastet wird. „Das ist ein toller Schritt und richtungsweisend in der aktuellen Situation, die den Spielern alles abverlangen wird“, sagte Nationaltorhüter Johannes Bitter, Vorsitzender der Spielergewerkschaft Goal.

Bundesliga mit 20 Teams, Champions League, Pokal – durch die lange Spielpause wird der ohnehin aufgeblähte Wettkampfkalender vor allem für die Profis von Spitzenklubs noch anstrengender. Hinzu kommen WM, Olympia-Qualifikation und Olympische Spiele.

Auch Axel Kromer, Vorstand Sport des Deutschen Handballbundes, spricht den IHF-Verantwortlichen ein „Kompliment“ aus: „So kann unser Trainerteam die Belastung während der WM hervorragend steuern, und unser medizinisches Personal hat bessere Möglichkeiten, kleinere Verletzungen vollständig zu heilen, ohne dass sich diese durch die frühe Wiederbelastung zu größeren Problemen entwickeln.“

Das schönste an alledem: Auf die Verbände kommen keine zusätzlichen Kosten für Transport und Unterbringung der zwei zusätzlichen Spieler zu – die übernimmt die IHF. sid