. Nach dem berauschenden Gefühl ihres zehnten Weltcupsiegs verzichtete Denise Herrmann-Wick auf die Staffel-Generalprobe und fokussiert sich voll auf die Heim-WM in Oberhof. „Dass ich das letzte Rennen in Antholz nicht laufen werde, war langfristig geplant. Ich lege jetzt noch mal einen Trainingsblock in der Höhe ein, um dann möglichst optimal vorbereitet bei der WM an den Start gehen zu können“, sagte die 34-Jährige.

Mit Ehemann Thomas Wick reiste die Sächsin noch vor Ende des Biathlon-Weltcups in Südtirol weiter auf die Seiser Alm in den Dolomiten. Erholung und die nächsten Kilometer in der Höhe sollen den weiteren Grundstein legen für die WM-Festtage am Rennsteig, in die die Ex-Weltmeisterin spätestens nach ihrem Verfolgungstriumph am Samstag in Italien als größte deutsche Medaillen-Hoffnung geht. „Es passt alles. Es wird sicher eine geile WM werden, und wir sind als Team extrem motiviert“, sagte Herrmann-Wick.

Auch ohne die deutsche Nummer eins wurden Vanessa Voigt, Sophia Schneider, Janina Hettich-Walz und Hanna Kebinger in der Premieren-Formation am Sonntag beim Sieg Frankreichs überraschend Dritte und überzeugten. „Wir müssen uns nicht verstecken. Wir haben gezeigt, dass auch wir vier auf das Podest laufen können. Das macht uns natürlich überglücklich“, sagte Schneider. Es war bereits der dritte Podestplatz im vierten Staffelrennen – ein starker Fingerzeig Richtung WM. Mit Blick auf den Saisonhöhepunkt in Thüringen sei das „A und O, jetzt gesund zu bleiben. Man muss einen guten Mittelweg finden zwischen Erholung und Belastung“, erklärte die Einzel-Olympiasiegerin. Damit gehen die deutschen Damen mit insgesamt zwei Siegen und einem dritten Platz – alle durch Herrmann-Wick – und drei Staffel-Podien in die WM-Vorbereitung.

Sorge um Franziska Preuß

Zumindest bei Herrmann-Wick scheint der Formaufbau voll aufzugehen. Denn mit Laufbestzeit und gutem Schießen sendete die 34-Jährige im letzten Jagdrennen vor der WM (8. bis 19. Februar) eine Kampfansage an die Konkurrenz. Ohnehin zeigte sie läuferisch in den letzten Wochen immer wieder ihre Klasse.

Zweieinhalb Wochen vor den Heimrennen am Rennsteig ist aber nur Herrmann-Wick eine ernsthafte Medaillenkandidatin. Die ebenfalls qualifizierten Voigt, Schneider, Hettich-Walz, Anna Weidel und Franziska Preuß können die Top 10 angreifen, da muss aber alles zusammenpassen. Die zuletzt angeschlagene Weidel startete in Antholz nicht. Eine Chance auf das WM-Ticket hat auch noch Hanna Kebinger, die zwar nur die Hälfte der Norm erfüllte, als Staffel-Schlussläuferin aber einen ganz starken Eindruck hinterließ und mit ins letzte Trainingslager vor dem Saison-Highlight reist.

Sorge macht die Verfassung von Franziska Preuß. Nach ihrer mehrwöchigen Krankheitspause lief die Ex-Staffel-Weltmeisterin in Antholz hinterher (Plätze 34 und 38) und wurde in der Staffel nicht aufgestellt. Es waren ihre ersten Wettkämpfe im neuen Jahr. Auch in der Sommervorbereitung war sie mehrere Wochen ausgefallen, mehr als 70 Stunden Training fehlten ihr da schon, und die könne sie auch nicht wieder aufholen, wie sie sagte.

Die deutschen Biathleten haben mit dem vierten Podestplatz im vierten Staffelrennen des Winters Selbstvertrauen für die Heim-WM gesammelt. David Zobel, Johannes Kühn, Benedikt Doll und Schlussläufer Rees mussten sich am Sonntag zum Abschluss des Weltcups in Antholz als Dritte nur Sieger Norwegen und Frankreich geschlagen geben. Das Quartett leistete sich eine Strafrunde durch Roman Rees sowie elf Nachlader und hatte im Ziel nach 4 x 7,5 Kilometern 2:17,5 Minuten Rückstand auf Olympiasieger Norwegen. dpa