Es ist angerichtet. Zum vorletzten Weltcup-Skispringen vor den Olympischen Spielen in Peking auf der großen Hochfirstschanze in Titisee-Neustadt liegen dem Ausrichter die Meldungen von über 70 Springern aus 18 Nationen vor. Zuschauer sind wegen Corona nicht zugelassen. Die Weltcup-Skispringen im Einzel finden am Samstag (16 Uhr/ARD) und Sonntag (16.15 Uhr/ARD) statt.

Wenig Schlaf und viel ehrenamtliche Arbeit hatte das rund 50-köpfige Team um Generalsekretär Joachim Häfker in den vergangenen Wochen hinter sich. Nach reichlich Schnee Ende November und Anfang Dezember spülte ein Wärmeeinbruch mit Wind und Regen vor dem Jahreswechsel die weiße Pracht buchstäblich weg. Der Continental-Cup am 5./6. Januar musste kurzerhand abgesagt werden. Nun aber sieht es gut aus. Die Neuschneefälle vor Wochenfrist, dazu einige kalte Nächte, um die Schneeproduktion anzuwerfen.

50 ehrenamtliche Helfer waren bei einem Großeinsatz dabei. Der Anlauf wurde maschinell geglättet. Zu Wochenbeginn dann die weiteren Arbeiten am Aufsprung Hügel und im Gegenhang. Die aufgestauten Schneehügel werden persönlich von Schanzenchef Matthias „Matze“ Schlegel mit dem Pistenbully geglättet. „Manchmal frage ich mich, warum macht man das alles?“, sagt Joachim Häfker mit Blick auf das Wetter und runzelt die Stirn.

Die Schanze im eisigen Schmiedsbachtal ist präpariert. Das Wettkampfprogramm sieht neben der Qualifikation zwei Einzel-Konkurrenzen vor. Für einige Springer und Nationen ist es die letzte Chance, die Olympianorm zu erfüllen. Beim Deutschen Skiverband haben Karl Geiger (Oberstdorf), Markus Eisenbichler (Siegsdorf) und der Wahl-Hinterzartener Stephan Leyhe ihr Ticket für Peking gelöst. Aber dahinter? Hier will Bundestrainer Stefan Horngacher bis Samstagabend Farbe bekennen.

Außerdem werden auf der Hochfirstschanze auch noch fünf Springer aus der nationalen Gruppe, darunter auch der in Titisee-Neustadt lebende David Siegel, beim Weltcup-Skispringen am Start sein. Spannung en masse ist also angesagt an diesem Wochenende. Joachim Hahne

Andreas Wellinger bangt um Olympia


Skisprung-Olympiasieger Andreas Wellinger droht nach einem positiven Coronatest das Aus für die Winterspiele in Peking. Der 26-Jährige aus Ruhpolding wurde während der Anreise zum Weltcup in Titisee-Neustadt positiv getestet und begab sich an diesem Freitag vor der Qualifikation sofort in Quarantäne.

Wellinger wollte nach auskurierten Problemen am operierten Knie um einen der verbleibenden Olympia-Startplätze kämpfen: „Das kann ich jetzt leider nicht, und das ist bitter. Mir geht es gesundheitlich gut, ich merke nix, aber der CT-Wert war halt knapp jenseits der Grenze." dpa