Für den kurzen Weg zum Adi-Dassler-Stadion nahm Joachim Löw das E-Bike. Der Bundestrainer radelte am Donnerstagnachmittag wie seine Spieler vom nahen EM-Quartier in Herzogenaurach zum Trainingsplatz, wo fast 48 Stunden nach der Ankunft die ersten Einheit anstand. Mit Leon Goretzka (Muskelverletzung) war auch der letzte zuletzt angeschlagene Profi dabei. Löw radelte direkt über die Tartanbahn zum Rasen – einen Helm trug der 61-Jährige nicht. Die meisten seiner Spieler gingen dagegen mit gutem Beispiel voran und schützten sich.

Einige machten sich vor dem Mannschaftstraining in einem Fitnesszelt am Platz warm, während Löw gelbe Hütchen auf dem Rasen verteilte. Serge Gnabry und Niklas Süle waren die ersten Spieler auf dem Platz und nutzten die seltene Gelegenheit für einen kleinen Kick mit Löw.

Wenig später und nach einem scharfen Pfiff folgte eine rund zweiminütige Ansprache von Löw. Nach dem Aufwärmen mussten die anwesenden Reporter das kleine Stadion verlassen: Löw wollte seine Auswahl in Ruhe auf den Start am Dienstag gegen Weltmeister Frankreich vorbereiten. Auf dem Programm: Kompaktheit in der Defensive und das Einstudieren von Standards.

Zwei Länderspiele verpasst

Bayern-Profi Goretzka ist nach seinem Faserriss also wieder dabei, das erste Spiel wird er aber verpassen. „Dafür kommt er nicht infrage. Das wird zu knapp“, sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff. Er sei aber überzeugt, „dass er noch eine wichtige Rolle bei diesem Turnier für uns spielen wird“. Man werde die Belastung aber erst einmal dosieren. Der 26-jährige Goretzka hatte nach seiner verspäteten Anreise ins Trainingslager in Seefeld nur individuell trainiert. Die Testspiele gegen Dänemark (1:1) und auch gegen Lettland (7:1) hatte der Mittelfeldspieler des deutschen Rekordmeisters Bayern München verpasst. dpa/sid