Nach zwei Jahren ohne Weltcupsieger schauen die Springreiter mit Sorge auf den Start der wichtigsten Hallen-Serie. „Ein Bangen ist da“, sagte Bundestrainer Otto Becker vor Beginn der Weltcup-Saison am Wochenende in Oslo. Denn zwei Stationen sind bereits abgesagt, in Helsinki und Stuttgart gibt es erneut kein Weltcup-Turnier. Angesichts der Auswirkungen der noch immer nicht beendeten Pandemie fürchten die Reiter einen erneuten Domino-Effekt.

„In der Halle ist es durch Corona schwieriger“, sagte Becker: „Wir alle hoffen, dass der Rest stattfindet.“ Elf Etappen der Westeuropa-Liga stehen noch auf dem Plan des Weltverbandes FEI. Das Final-Turnier, in den vergangenen Jahren in Las Vegas und Göteborg abgesagt, soll am zweiten April-Wochenende in Leipzig geritten werden. „Die Nachfrage nach Startplätzen bei den Reitern ist groß, gerade weil das Finale in diesem Jahr im eigenen Land ist“, berichtete Becker. Nur drei Tickets kann er pro Weltcup-Turnier vergeben, wo die Qualifikationspunkte fürs Finale in Leipzig vergeben werden. In Oslo reiten Marcus Ehning, Christian Kukuk und Gerrit Nieberg.

Ausfall in Stuttgart

Umso mehr schmerzt den Bundestrainer der erneute Ausfall von Stuttgart, bisher das größte Hallenturnier Deutschlands. „Sehr schade“, sagte Becker. „Das tut uns schon weh.“ Zumal er bei deutschen Turnieren fünf zusätzliche Startplätze vergeben kann. Da zudem Leipzig keine Station der Serie ist, sondern in dieser Saison das Finale organisiert, fehlen dem Coach weitere Startplätze. Optimistisch auf die Saison schaut Leipzig-Organisator Volker Wulff. „Alle anderen haben gesagt, dass sie ihr Turnier machen wollen“, sagte er zu den Absagen in Helsinki und Stuttgart.

Wulff ist aber froh, dass seine Veranstaltung in den Messehallen „dieses Mal nicht wie sonst im Januar stattfindet“, sondern drei Monate später. In der Vorsaison war Leipzig wie alle anderen Weltcup-Stationen in Westeuropa abgesagt worden. dpa