Bruno Labbadia blieb cool, der Gedanke an eine böse Pokal-Überraschung perlte an ihm ab. „Ich bin kein Freund davon zu sagen, ich gehe mit Angst oder Befürchtung in etwas“, sagte der Trainer von Hertha BSC vor dem Erstrundenspiel an diesem Freitag (20.45 Uhr) beim kämpferischen Zweitligisten Eintracht Braunschweig.

Gründe für Zweifel gibt es aber durchaus genug. Viel ist schief gelaufen in der Vorbereitung bei den Berlinern: Das Quarantäne-Chaos um Krzysztof Piatek, ernüchternde Testspiel-Pleiten, und ins Transferkarussell kommt nur langsam Bewegung. Labbadia hat harte Wochen hinter sich, weshalb er vor dem unterklassigen Gegner warnte: „Es gibt leichtere Lose“, so der 54-Jährige: „Aber das kann man sich nicht aussuchen.“

Ein Vorteil des Pflichtspielstarts ist zumindest, dass der Coach seine Mannschaft endlich weitgehend zusammen hat. Das war lange nicht der Fall, wegen Länderspielabstellungen trainierte Hertha unter der Woche nur mit einem Rumpfkader von einem guten Dutzend Spielern. Erst an diesem Donnerstag trafen die letzten Profis ein.

Bei den Braunschweigern, immerhin Deutscher Meister von 1967, muss Felix Kroos auf sein Debüt für den Zweitliga-Aufsteiger noch mindestens eine Woche warten. Der Mittelfeldspieler war von Union Berlin zu den Niedersachsen gewechselt. „Felix ist erst seit ein paar Tagen im Training, er wird keine Option sein“, begründete Eintracht-Coach Daniel Meyer die Maßnahme.

Die zweite Pokalpartie findet ebenfalls um 20.45 Uhr beim FSV Mainz 05 statt, der  gegen die Amateure des TSV Havelse antreten muss. Der Nord-Regionaligist ist eine von insgesamt elf unterklassigen Mannschaften, die wegen der Corona-Schutzmaßnahmen ihr Heimrecht mit Profi-Teams getauscht haben. Beide Spiele werden vom Pay-TV-Sender Sky übertragen. dpa