Stuttgart / stn t Der Fußball-Zweitligist zeigt Flagge für Vielfalt, Toleranz und Demokratie. 

Es handelt sich nur um eine kleine Marketingaktion, die Botschaft dahinter ist dafür umso deutlicher: „Liebt doch, wen ihr wollt, Hauptsache euer Herz schlägt für den VfB“, heißt es in einem Tweet, den der VfB Stuttgart anlässlich des bevorstehenden Valentinstags in die Welt gesetzt hat. Darin wird für den Kauf eines Trikots ein um 50 Prozent reduziertes Partnertrikot beworben. Der textliche Aufhänger nebst Regenbogenfahne sticht aus dem üblichen Marketing-Einerlei der Fußballbranche deutlich heraus: Der VfB bekennt sich zu (sexueller) Vielfalt und Toleranz.

Es ist nicht die einzige Botschaft, mit welcher der Fußball-Zweitligist seit geraumer Zeit auf Sendung geht. Als Teile der eigenen Fans beim Auswärtsspiel auf St. Pauli kürzlich ein sexistisches Transparent in die Höhe reckten, ließ die Reaktion der Vereinsführung nicht lange auf sich warten. Als „absolut indiskutabel“ wurde die Aktion in einer Stellungnahme ungewöhnlich deutlich gebrandmarkt.

Welche Werte damit gemeint sind, machte Präsident Claus Vogt deutlich, als er sich nach den Beleidigungen gegen Herthas Jordan Torunarigha solidarisch mit dem Berliner Rassismusopfer zeigte: „In den Farben getrennt, in der Sache vereint“, twitterte der 51-Jährige. „Sich gegen Rassismus, Sexismus und jegliche Form von Diskriminierung auszusprechen, hat nichts mit Politik zu tun, sondern mit menschlichen Werten. Dafür steht unser VfB.“ Der Verein aus Cannstatt zeigt Flagge – für Vielfalt, Toleranz, Demokratie. Das war man in der Vergangenheit so nicht gewohnt. „Der Verein ist politisch und weltanschaulich neutral“, hieß es.

Immer mehr Klubs beziehen Position. Ob sie nun St.Pauli, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt oder VfB Stuttgart heißen. „Gesellschaftspolitische Themen gehören heute zum Fußball dazu. Es ist nur logisch, dass wir uns zu relevanten Themen äußern.“, sagt Thomas Hitzlsperger, der Vorstandschef der Fußball-AG.
Gregor Preiß