Prominente Wintersportler wie Skisprung-Star Karl Geiger aus Oberstdorf und der Nordische Kombinierer Johannes Rydzek, der ebenfalls für den SC Oberstdorf startet, haben die Aufnahme der Nordischen Kombiniererinnen in das Olympia-Programm gefordert. „Die Entscheidung am Freitag ist wegweisend für die ganze Sportart“, sagte der sechsmalige Weltmeister Rydzek. Skispringer Geiger, als Kind selbst Kombinierer, sorgt sich sogar um die Zukunft der gesamten Disziplin.

Eine Sportart „mit so einer Tradition“ dürfe nicht aus dem Programm fallen, sagte Geiger, der bei Olympia in Peking zuletzt im Einzel  von der Großschanze und mit dem Team Bronze holte. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) entscheidet am Freitag über die Aufnahme der Frauen für die Winterspiele 2026. Die große Sorge: Sollte es bei einem „Nein“ bleiben, könnte es 2030 auch den Männern an den Kragen gehen.

Frauen hoffen seit elf Jahren

Das fürchtet auch Rydzek. „Die Olympischen Spiele, die von der Tradition leben, dürfen nicht anfangen, ihre ältesten Sportarten aus dem Programm zu kicken, nur weil sie vielleicht gerade nicht so populär sind“, sagte der zweimalige Olympiasieger. Ohne die Kombination würde späteren Spezialspringern wie Geiger die Basis fehlen. „So stirbt eine nordische Sportart langsam aus“, sagte Rydzek.

Aktuell ist die Kombination die einzige Disziplin der Winterspiele, in der keine Frauen am Start sind. Das IOC hat sich aber eine Ausgewogenheit der Geschlechter zum Ziel gesetzt – doch diese könnte auch mit dem Aus für die Männer hergestellt werden. Die Frauen fordern schon seit Jahren Gleichberechtigung, der Antrag auf eine Aufnahme für Peking 2022 war jedoch gescheitert.

Nun folgt der nächste Anlauf. „Eine wichtige Entscheidung steht an, eine zukunftsweisende für alle Beteiligten“, sagte der neue Frauen-Bundestrainer Florian Aichinger. Es gehe vor allem darum, künftig „nicht nur den König des Wintersports zu ermitteln, sondern eben auch die Königin.“ sid