Der Titelverteidiger ist raus! Borussia Dortmund hat sich nach einer über weite Strecken schwachen Vorstellung beim Zweitliga-Spitzenreiter FC St. Pauli schon im Achtelfinale des DFB-Pokals verabschieden müssen. Die Hamburger setzten sich dank einer starken Leistung am Dienstagabend mit 2:1 (2:0) verdient gegen den BVB von Trainer Marco Rose durch, der in der Fußball-Bundesliga deutlich hinter dem im Cup ebenfalls bereits ausgeschiedenen FC Bayern Platz zwei belegt.

Mutmacher für Derby

Vor 2000 Fans im Millerntor-Stadion trafen Etienne Amenyido (4. Minute) und Dortmunds Axel Witsel (40./Eigentor) für den Kiezklub, für den am Freitag in der 2. Liga schon das nächste Highlight im Stadtderby beim Hamburger SV ansteht, dem beim 1. FC Köln  ebenfalls ein Pokal-Coup gelang. Dem BVB reichte der Treffer von Starstürmer Erling Haaland (58./Handelfmeter) nicht - in der Schlussphase wehrte sich Roses Team zwar gegen die Niederlage, blieb dabei aber erfolglos.

Bei der ersten Achtelfinalteilnahme seit 16 Jahren bot St. Paulis Coach Timo Schultz auch gegen den favorisierten Bundesliga-Zweiten wie erwartet Dennis Smarsch im Tor auf. Der eigentliche Reservist hinter Nikola Vasilj hatte in den ersten beiden Runden gegen Magdeburg und Dresden (jeweils 3:2) überzeugt und sollte „auch gegen den BVB glänzen“, wie Schultz vor der Partie gesagt hatte.

Doch zunächst glänzte Amenyido, der nach Marcel Hartels Vorlage zur Stelle war und früh zur Führung des Zweitligisten traf. Die im Vergleich zum überzeugenden 5:1 über Freiburg auf drei Positionen umgestellten Gäste fanden nur langsam in die Partie. Kurz rückte Smarsch in den Mittelpunkt, als er stark gegen die freien Thorgan Hazard (7.) und Marco Reus (18.) klärte.

Gegen gut verteidigende Hanseaten tat sich der BVB zunehmend schwer. Torjäger Haaland trat außer bei einem Schuss über das Tor (19.) in der ersten Halbzeit kaum in Erscheinung. Dafür führte ein Konter über Guido Burgstaller vor der Pause zum 2:0, als Dortmunds Witsel ein Rettungsversuch misslang - das Eigentor wurden von den Hamburger Fans im Stadion lautstark gefeiert.

Nach dem Wechsel schnürten die Dortmunder die Kiezkicker teilweise in deren Hälfte ein. Doch die verteidigten nicht nur wacker, sie blieben auch gefährlich: Burgstaller (54./55.) verpasste zweimal nur knapp. Ein unglückliches Handspiel von Jakov Medic brachte den BVB dann nach Videobeweis zurück ins Spiel. Haaland ließ sich die Elfmeterchance nicht entgehen und holte den Ball sofort für die verbleibenden Minuten zur Aufholjagd aus dem Tornetz.

Mit Wut im Bauch

„Auswärts, Entscheidungsspiel, es geht um alles", hatte Trainer Marco Rose vor der Partie gesagt und vor St. Pauli gewarnt. Vergeblich. Mit der Hereinnahme von Donyell Malen für den glücklosen Hazard versuchte der Borussen-Coach  die Offensive weiter zu verstärken (66). Raphael Guerreiro verzog einen Schuss bei einer guten Chance (67.). Dortmund drückte jetzt auf das 2:2. Mit Wut im Bauch rannten die BVB-Stars immer wieder an, doch das Abwehrbollwerk der Hausherren hielt trotz der Angriffswucht stand.St. Pauli blieb aber bei Kontern gefährlich. dpa

Aus 0:1 wird 3:1 – Bochum dreht Spiel gegen Mainz


Zauberfuß Milos Pantovic hat den VfL Bochum mit einem Doppelschlag zum ersten Mal seit sechs Jahren ins Viertelfinale des DFB-Pokals geschossen. Drei Tage nach dem 0:1 im Bundesligaspiel beim FSV Mainz 05 revanchierte sich die Mannschaft von Trainer Thomas Reis durch ein 3:1 (0:1) im heimischen Stadion an der Castroper Straße bei den Rheinhessen.

Karim Onisiwo (36.) erzielte dank gütiger Mithilfe von VfL-Keeper Manuel Riemann, der die Bochumer per Elfmeter ins Achtelfinale geschossen hatte, die Führung für die Gäste. Dann drehte Pantovic mit einem Foulelfmeter (56.) und einem kunstvollen Lupfer (59.) die Partie. Eduard Löwen (80.) erhöhte in der Schlussphase. Bereits im vergangenen Jahr hatte Bochum Mainz ausgeschaltet, in der zweiten Pokal-Runde im Elfmeterschießen. Bochum wollte mehr vom Spiel und hatte auch optische Vorteile. Die Angriffsbemühungen der Mainzer jedoch blieben zumeist  viel zu harmlos.