Brutal und gnadenlos war Spanien zu seinem Rekordsieg gerollt, hatte vor dem Duell mit Deutschland gewaltig die Muskeln spielen lassen – nach dem Abpfiff konzentrierte sich dann alles auf den Jüngsten: Gavi wurde von Trainer Luis Enrique gedrückt, die Teamkollegen streichelten dem 18-Jährigen über den Kopf. Beim 7:0 (3:0) gegen Costa Rica hatte vor allem der Teenager groß aufgespielt.

„Wir wollen immer unser Spiel durchbringen, so wollen wir in jedem Spiel auftreten“, sagte Torschütze Ferran Torres und blickte schon mal voraus: „Wir haben große Lust, bei diesem Turnier Großes zu erreichen.“ In der Tat unterstrich Spanien mit dem höchsten WM-Sieg seiner Geschichte die Ansprüche auf den Titel.

Leipzigs Dani Olmo (11.) eröffnete das muntere Toreschießen, Marco Asensio (21.), Ferran Torres (31., Foulelfmeter/54.) per Doppelpack, Gavi (74.), Carlos Soler (90.) und Alvaro Morata (90.+2) trugen ebenfalls zum Sieg bei. Das junge Team von Trainer Luis Enrique spielte variabel und schnörkellos nach vorn – und nebenbei gewann Spanien erstmals seit 2006 sein Auftaktspiel.

Der Altersschnitt der Spanier war großes Thema gewesen vor dem Turnier, ein „Kindergarten“ nimmt den Titel ins Visier, hieß es. Denn von den Weltmeistern des Jahres 2010 ist gerade mal einer geblieben: Kapitän Sergio Busquets (34). Um ihn herum steht das viertjüngste Team dieses Turniers.

Gavi (18), Pedri (19) und Torres (22) sind bereits Stützen der Mannschaft, das war früh zu erkennen. Spanien kombinierte schon in den ersten Minuten rasant, Costa Rica kam gar nicht an in diesem Spiel. Gavi war es dann, der einen Doppelpass mit Olmo spielte, der Leipziger nahm den Ball herausragend mit und vollendete per Heber.

Mit 24 Jahren gehört Olmo schon zu den erfahreneren Spaniern, und sein Tor war ein besonderes: Das 100. in der WM-Geschichte des Landes. Dann zeigte einer aus der alten Garde, dass auch die Ü30-Fraktion Fußball spielen kann: Jordi Alba bereitete das 2:0 durch Asensio vor, wieder ging es über außen schnell. Wenig später wurde Alba im Strafraum gefoult – und überließ einem der Youngster: Torres verwandelte lässig vom Punkt. In der zweiten Hälfte markierte Torres seinen zweiten Treffer, erneut leitete Gavi ein. Am Ende traf er dann auch noch selbst. sid