Das Internationale Olympische Komitee sucht nach einem Weg, inmitten des Krieges Russen und Weißrussen wieder in die Sportfamilie zu integrieren. „Wir wissen, dass das IOC darüber nachdenkt, ob es für die russischen Athleten einen Weg zurück gibt“, sagte Susanne Lyons, die Vorsitzende des Olympischen und Paralympischen US-Komitees (USOPC).

Das IOC habe damit begonnen, „sich an alle ihre Interessengruppen zu wenden, einschließlich der NOKs, der internationalen Verbände, um Beiträge zu diesem Thema zu erhalten.“ Die Zeit drängt. Zwar sind es noch fast 700 Tage bis zu den Sommerspielen 2024 – die Qualifikationen für Paris sind aber sehr viel früher. Der Deutsche Olympische Sportbund bestätigte die Gespräche.

Lyons ging bereits aus der Deckung, zeigte sich prinzipiell offen für einen sportlichen Gnadenakt: „Wir alle haben irgendwann das Gefühl, dass die einzelnen Athleten nicht die Opfer ihrer jeweiligen Regierungen, politischen oder anderen Spannungen auf der ganzen Welt sein sollten.“ Das IOC teilte dem Branchenportal insidethegames mit, man werde seine „Bemühungen verstärken“, um aus dem „Dilemma“ herauszukommen. Die Sanktionen blieben aber „vorerst in Kraft“.

Bei Bundesinnenministerin Nancy Faeser stehen die Zeichen eher auf Verschärfung: Die SPD-Politikerin fordert nach Informationen des Spiegel in einem Brief an Uefa-Präsident Aleksander Ceferin den Ausschluss von Belarus von der Qualifikation zur Fußball-EM 2024. Bisher hat die Uefa nur Russland verbannt. sid