. Uli Hoeneß platzte der Kragen. Der „Abgesang“ auf den verletzten Nationaltorwart Manuel Neuer ärgerte Bayern Münchens früheren Erfolgsmanager so sehr, dass er sich vor laufenden Kameras in Rage redete. „Ich finde es sehr seltsam und unglaublich. Bis vor ein paar Monaten war er für mich der beste Torwart der Welt, jetzt wird er von allen in Frage gestellt“, schimpfte Hoeneß im Sport1-Doppelpass.

Die „T-Frage“ bei den Bayern hält Fußball-Deutschland in Atem. Nach dem viel beachteten Debüt von Yann Sommer, dem von Borussia Mönchengladbach verpflichteten Neuer-Ersatz, ist sie aktueller denn je: Was geschieht, wenn der verletzte Platzhirsch in rund einem halben Jahr zurückkehrt? Und kehrt er überhaupt zurück? Sommer, der einen Vertrag bis 2025 hat, weiß um Neuers Nummer-eins-Status. „Das wurde mit mir offen so gespielt.“ Er freue sich einfach auf die nächsten Aufgaben, sagte er Freitag nach dem 1:1 beim RB Leipzig. „Manuel ist unser Kapitän und unsere Nummer eins. Wir geben alles dafür, dass er gesund wird, und dann gehen wir davon aus, dass er im Sommer zurückkommt. Was dann passiert, werden wir im Sommer klären“, sagte Coach Julian Nagelsmann.

In ein paar Monaten deutet sich eine heikle Gemengelage an. Auch Alexander Nübel, derzeit an die AS Monaco ausgeliehen und von Bayern mit einem Vertrag bis 2025 ausgestattet, dürfte zurückkommen. Sein Karriereplan beinhalte, sagte er im Aktuellen Sportstudio, „dass ich irgendwann beim FC Bayern spiele“.

„Der FC Bayern ist glücklich, mit Yann Sommer einen Torwart zu haben, der die Probleme zumindest für die nächsten sechs Monate löst“, äußerte Hoeneß vor dem Hinrundenfinale beim 1. FC Köln, der mit einem furiosen 7:1 Werder Bremen gedemütigt hatte. Nach der Torgala träumen die Kölner, von einer Sensation gegen die Bayern. Trainer Steffen Baumgart erklärte vor dem Spiel am Dienstag (20.30 Uhr/Sat.1 und Sky):  „Ich habe nicht gesagt, dass wir gewinnen. Ich habe gesagt, wir wollen gewinnen.“ sid/dpa