Die Fans können es kaum erwarten, aber jetzt ist es endlich wieder so weit: Die Deutsche Eishockey-Liga darf ab Donnerstag wieder loslegen. Es gibt einige Fragen, hier dazu die Antworten:

   
Wie viele Zuschauer dürfen wieder in die Hallen?

Das ist sehr unterschiedlich. Aufsteiger Bietigheim Steelers (4500) und Ex-Meister ERC Ingolstadt (4800) können ihre Arenen zu 100 Prozent auslasten. Vizemeister Grizzlys Wolfsburg darf noch nicht einmal ein Drittel einlassen (1350). Das hängt von den Regeln der Bundesländer ab. Meist gilt jedoch: Mindestens die Hälfte ist erlaubt, in Baden-Württemberg und Bayern zudem ein Minimum von 5000. Unterschiedlich sind auch die Einschränkungen: Mal gilt ein Alkoholverbot, mal die Maskenpflicht. In Wolfsburg müssen die Fans geimpft oder genesen sein, an den anderen Standorten gilt 3G.


Ist es für die Liga damit wirtschaftlich wieder eine normale Saison?

Nein. „Wir sind sicherlich noch lange nicht da, wo wir vor der Pandemie waren“, sagt DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke. Vor Corona steuerte die Liga auf einen Gesamtumsatz von 150 Millionen Euro zu, die Geisterspiel-Saison ließ die Umsätze auf insgesamt 84 Millionen schrumpfen. Jetzt hoffen die Klubs, die 100-Millionen-Marke wieder zu überspringen.


Wie will die DEL Spielausfälle durch Coronainfektionen verhindern?

„Über 90 Prozent der Spieler und Betreuer“ sind laut Tripcke geimpft. Die anderen müssen sich zwei PCR-Tests pro Woche oder täglichen Schnelltests unterziehen.


Es gab einen Aufsteiger, gibt es auch Absteiger?

Zweitligameister Bietigheim ist der erste sportliche Aufsteiger seit 2006. Weil wegen der Corona-Saison der eigentlich vereinbarte Abstieg noch ausgesetzt wurde, wird jetzt mit 15 Klubs gespielt. Aber: Es wird wieder auf 14 reduziert. Der Tabellenletzte steigt auf jeden Fall ab. Werden die Löwen Frankfurt, die sich um den Aufstieg beworben haben, Meister der DEL2, muss auch der 14. runter.


Was bedeutet das sportlich und wirtschaftlich?

„Sportliche Spannung“ auf der einen Seite, „aber sicherlich bei dem einen oder anderen Klub auch wirtschaftlichen Druck, um gegen den Abstieg zu rüsten“, glaubt Tripcke. Neben Aufsteiger Bietigheim, der seinen Zweitliga-Etat laut Geschäftsführer Volker Schoch nur „um 25 Prozent“ erhöht hat, gelten auch Traditionsklubs wie die Düsseldorfer EG, die Krefeld Pinguine oder die Nürnberg Ice Tigers als Abstiegskandidaten. Kein Wunder, dass Krefelds Manager Sergey Saveljev die Neuerung in einer Umfrage der Eishockey News „negativ“ sieht: „Wenn es einen Traditionsverein erwischt, wird es der ganzen Liga nicht guttun.“


Wer wird Meister?

Die „Angepissten“, wenn es nach Ingolstadts Trainer Doug Shedden geht. So bezeichnet der Kanadier die Topfavoriten Adler Mannheim und Red Bull München, die in der Corona-Saison schon im Halb- bzw. Viertelfinale ausschieden. Die Titelträger der Jahre 2015 bis 2019 haben noch einmal aufgerüstet. Die Eisbären Berlin, Anfang Mai zum 100. deutschen Eishockey-Champion gekrönt, wollen laut Manager Stephane Richer „endlich mit den Fans feiern und wieder Meister werden“. Außenseiterchancen haben Sheddens Ingolstädter, Vizemeister Wolfsburg und Champions-League-Debütant Bremerhaven.


Wer sind die Stars?

Viele Silbermedaillengewinner von 2018 gehören noch immer zu den Leistungsträgern ihrer Klubs: Rekordtorjäger Patrick Reimer in Nürnberg, der Münchner Kapitän Patrick Hager, der Berliner Stürmer Marcel Noebels oder der Kölner Verteidiger Moritz Müller. Mit Korbinian Holzer kehrt ein langjähriger NHL-Profi nach elf Jahren in die DEL zurück und will mit Mannheim endlich Meister werden. sid

Strammes Programm – so sieht der Spielplan aus


Die DEL wartet mit einem vollen Spielplan auf: Gespielt wird wieder in der üblichen Doppelrunde – diesmal mit insgesamt 60 Spieltagen und 56 Partien pro Klub. Weil wegen Olympia in Peking vier Wochen pausiert wird, fallen die Play-offs kürzer aus – der Modus: „best of five“ (drei Siege nötig) statt „best of seven“ (vier Siege nötig). Das bedeutet aber mehr als „best of three“ (zwei Siege nötig) in der Corona-Saison.

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