sid/dpa Dank vieler erfahrener Spieler im Team hat Spanien seinen EM-Titel verteidigt. Im Finale wird Kroatien mit 22:20 bezwungen. Deutschland landet auf Platz fünf.

Als Spaniens alte und neue Europameister im goldenen Konfettiregen ihre Goldmedaille feierten und Spaniens Königshaus eilig eine Grußbotschaft schickte, da stand Domagoj Duvnjak mit Tränen in den Augen ein wenig abseits. Die ungeliebte Silbermedaille um den Hals wog schwer, wieder hatte es für ihn nicht gereicht, wieder blieb Kroatien nur Rang zwei. Abgezockt hatten Spaniens Golden Oldies vor fast 18 000 Zuschauern in Stockholm in den letzten zwei Minuten einer knallharten Abwehrschlacht das Finale mit 22:20 (12:11) zu ihren Gunsten entschieden und ihren Titel erfolgreich verteidigt. Die Kroaten sind zum dritten Mal Zweite. 

Am Samstag hatte Vizeweltmeister Norwegen das Spiel um Platz drei und damit seine erste Medaille in der bis 1994 zurückreichenden EM-Geschichte gewonnen. 24 Stunden nach der enttäuschenden Niederlage im Halbfinal-Krimi gegen Kroatien nach zweimaliger Verlängerung (28:29) setzten sich die Skandinavier vor 13 094 Zuschauern mit 28:20 gegen Slowenien durch. Norwegen ist damit für die WM im Januar 2021 in Ägypten qualifiziert.

DHB-Team mit gutem Gefühl

Als es um den Titel ging, waren die deutschen Handballer bereits in der Heimat. Zuvor hatten sie bei einem Ausflug ins Stockholmer Nachtleben noch auf den fünften Platz angestoßen. Von der Verbandsspitze hatten die Spieler einen klaren Auftrag mit auf den Nachhauseweg bekommen. „Unser Ziel bleibt eine Olympia-Medaille in Tokio. Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie das Zeug dazu hat“, sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann am Ende einer EM mit Höhen und Tiefen.

Der versöhnliche Abschluss mit dem 29:27 gegen Favoritenschreck Portugal ließ Bundestrainer Christian Prokop und seine Schützlinge mit gutem Gefühl abreisen. „Die Mannschaft hat eine tolle Entwicklung genommen“, lobte Prokop. „Sicher mit einem brutalen Rückschlag gegen Kroatien, aber danach haben wir alle Spiele gewonnen.“

Ein Jahr nach Rang vier bei der Heim-WM musste die DHB-Auswahl allerdings erneut feststellen, dass sie zwar nah dran ist an der Weltspitze, aber eben nicht dazugehört. Zum vierten Mal nacheinander wurde bei einem Turnier die angepeilte Medaille verpasst. „Für den ganz großen Wurf fehlt uns noch etwas“, konstatierte DHB-Vizepräsident Bob Hanning. Der soll nun bei Olympia gelingen. Doch schon der Weg nach Tokio wird schwer, denn in der Qualifikation Mitte April in Berlin bekommt es Deutschland neben einem Afrika-Vertreter mit Rekord-Europameister Schweden und dem EM-Vierten Slowenien zu tun. DHB-Sportvorstand Axel Kromer ist dennoch zuversichtlich, einen der ersten beiden Plätze erkämpfen zu können: „Wir treffen auf zwei Hochkaräter, aber wir haben den Trumpf des Heimvorteils.“ sid/dpa

Pekeler zum besten Abwehrspieler gewählt

Hendrik Pekeler ist zum besten Abwehrspieler der Handball-EM gewählt worden. Der 28 Jahre alte Kreisläufer vom THW Kiel schaffte es als einziger deutscher Spieler in das All-Star-Team der Endrunde. Zum MVP des Turniers wurde Kroatiens Kapitän Domagoj Duvnjak. Zum All-Star-Team gehören ferner EM-Torschützenkönig Sander Sagosen im linken Rückraum und Linksaußen Magnus Jøndal (beide Norwegen), Torwart Gonzalo Perez de Vargas und Jorge Maqueda im rechten Rückraum (beide Spanien), Kroatiens Spielmacher Igor Karacic, Rechtsaußen Blaz Janc aus Slowenien und Ungarns Kreisläufer Bence Banhidi.