Wien / seb Torwart Jogi Bitter empfiehlt sich bei der EM mit starken Leistungen für weitere Spiele im DHB-Trikot.

Johannes „Jogi“ Bitter hat in seiner Handball-Karriere schon viel erlebt. Unter anderem gewann er 2007 bei der Heim-WM den Titel. Dass er 13 Jahre später bei der EM in Wien von den deutschen Fans mit „Jogi“-Sprechchören gefeiert wird, ist aber auch für den 37-Jährigen ein Highlight. „Das ist schon schön“, sagte der überragende Akteur beim 34:22-Kantersieg gegen Österreich.

Neun Jahre nach seinem letzten großen Turnier wurde der Keeper des TVB Stuttgart von Bundestrainer Prokop ein wenig überraschend, aber verdient für die EM nominiert. Eine Entscheidung, die Bitter nicht vollauf rechtfertigte. „Er hat das ganze Turnier über schon eine hervorragende Aura in die Mannschaft gebracht, ist in jeder Teamsitzung beteiligt und gibt den Jungs viel Rückgrat“, sagte Prokop.

Auch seine Teamkollegen waren von der starken Leistung des mit 2,05 Meter größten deutschen Spielers angetan. „Er hat glaube ich 60 oder 70 Prozent gehalten, das war schon nicht schlecht“, sagte Kai Häfner. Ganz so viele Bälle waren es dann doch nicht, aber mit 15 Paraden bei 28 Würfen kam Bitter auf eine überragende Quote von 54 Prozent gehaltener Bälle. „Das war natürlich mega, wie er da reinkommt und das Tor vernagelt“, lobte Uwe Gensheimer. Der Lohn für die Glanzleistung war die Auszeichnung zum Spieler der Partie. Der Geehrte ließ sich im Teamhotel dann nicht lumpen und spendierte eine Runde Bier und Pizza.

Mit seinem Auftreten und seiner Erfahrung hat Bitter gute Chancen, gemeinsam mit Andreas Wolff beim Olympia-Qualifikationsturnier und im Erfolgsfall in Tokio dabei zu sein.  „Ich denke schon, dass Andi und ich Werbung für uns als Team gemacht haben.“ An einem Bitter in der Form wie im Spiel gegen Österreich führt für Prokop definitiv kein Weg vorbei. seb