Viel Geduld, wenig Glanz – Borussia Dortmund hat die Sorgen vor einem frühen Aus in der Champions League vorerst vertrieben. Im tristen ersten Geisterheimspiel der langen BVB-Europacuphistorie gegen ein extrem defensives Zenit St. Petersburg gelang dem Bundesliga-Dritten ein mühseliger 2:0 (0:0)-Erfolg. Dank der Treffer von Jadon Sancho (79./Foulelfmeter) und Erling Haaland (90.+2) blieb den Dortmundern eine Woche nach dem Fehlstart bei Lazio Rom (1:3) eine neuerliche Enttäuschung erspart. Mit einem weiteren Erfolg am kommenden Mittwoch beim FC Brügge wäre der BVB wieder im Soll.

Die dramatisch angestiegenen Corona-Zahlen hatten erst am Mittwochvormittag dafür gesorgt, dass die Dortmunder gänzlich auf Fans verzichten mussten. Dabei hätte der BVB jede Unterstützung gebrauchen können. Entsprechend engagiert begann der BVB gegen sehr clever eingestellte Gäste, die ihr erstes Spiel ebenfalls verloren hatten (1:2 gegen Brügge).

Mit Viererkette wie beim Derbysieg gegen Schalke und Kapitän Marco Reus in der Startelf versuchte Dortmund, mit schnellen Pässen hinter die Abwehr des russischen Doublesiegers zu kommen, der tief stand und zunächst allein auf Konter über den bulligen Stürmer Artjom Dsjuba setzte. Giovanni Reyna gab von der Strafraumgrenze den ersten Dortmunder Warnschuss ab (15.).

Haaland hatte im Strafraum der Gäste große Mühe mit den meist sieben bis acht zurückgezogenen Zenit-Profis, die das BVB-Kombinationsspiel in den entscheidenden Räumen deutlich behinderten. Der 20-Jährige kam erst in der 42. Minute zu seinem ersten Abschluss, sein satter Linksschuss verfehlte das Tor aber knapp.

Hinter Haaland rotierten Reus, Reyna und Sancho viel. Ohne Tempo war den aufmerksam verteidigenden Gästen kaum beizukommen. Einen Freistoß von Reus aus gut 30 Metern lenkte Zenit-Keeper Michail Kerschakow am Tor vorbei (26.), auch beim zweiten Versuch des BVB-Kapitäns aus dem Spiel heraus war der Torwart zur Stelle (39.).

Der russische Meister tat weiterhin nur das Nötigste in der Offensive. Der Zusammenstoß von BVB-Torwart Roman Bürki, der wieder den Vorzug vor Marwin Hitz erhalten hatte, mit Sebastián Driussi war in der ersten Halbzeit noch die auffälligste Aktion der Mannschaft von Trainer Sergej Semak (35.).

Dortmund blieb auch in der zweiten Halbzeit spielbestimmend, weiterhin wirkte der BVB vor dem gegnerischen Tor aber zu behäbig. Die vielen Dortmunder Pässe waren für die Gäste oftmals vorhersehbar. Favre reagierte nach etwas über einer Stunde und brachte im inzwischen strömenden Regen Thorgan Hazard, der nach Muskelfaserriss sein Comeback gab (67.). Der Belgier fügte sich mit einem ersten Torschuss gut ein (69.). Der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Kuipers – herausgeholt von Hazard – half dem BVB enorm. Sancho verwandelte sicher. Haaland sorgte für die Entscheidung. dpa

Die Krankenakte des Patienten Marco Reus


Verletzungshistorie 51 Verletzungen und Krankheitsfälle notiert das Portal „Transfermarkt.de“ für Marco Reus in seiner bisherigen Laufbahn. Darunter waren ein Kreuzbandriss (Spielzeit 2017/18), eine Schambeinentzündung (2016/17) und ein Syndesmosebandriss (2013/14). In seiner Fußballer-Laufbahn bestritt Reus bislang 473 Pflichtspiele,  132 weitere mögliche Begegnungen versäumte er verletzungsbedingt. gek