Ihre fantastische Woche veredelte Lea Sophie Friedrich im Schlussakt. Auf zweimal Silber ließ die Sprinterin am letzten Tag der Bahnrad-Europameisterschaft in Grenchen/Schweiz Gold im Keirin folgen. „Ich wollte das Ding unbedingt holen“, sagte sie sichtlich berührt: „Das war eine Revanche für Olympia, wo ich leer ausgegangen bin im Keirin. Ich wollte die letzte Runde Vollgas fahren, um mir zu sagen, ich habe alles gegeben.“

An diese Krönung am Ende der Titelkämpfe hatte Friedrich nicht geglaubt. Es sei „unfassbar. Ich bin eigentlich mit null Erwartungen reingegangen, und dass ich jetzt nach Gold greifen konnte, das ist so schön. Ich bin jetzt gerade ein bisschen geflasht“, sagte die Olympia-Zweite von Tokio im Team-Sprint.

Insgesamt acht Podestplätze

Die 21-Jährige setzte sich im Finale am Samstagabend vor der Ukrainerin Olena Starikowa und der Russin Jana Tyschtschenko durch. Zuvor hatte Friedrich sowohl im Team-Sprint als auch im Einzel jeweils Silber geholt. Mit drei von insgesamt acht gewonnenen  EM-Medaillen reist sie als erfolgreichste Fahrerin des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) aus der Schweiz ab.

Auch deswegen war U-23-Bundestrainer Carsten Bergemann voll des Lobes für seinen Schützling: „Alle Läufe hat sie souverän beherrscht, ich freue mich unglaublich für Lea, weil sie jetzt erhobenen Hauptes in die Zukunft blicken kann.“ Und die beginnt schon in knapp eineinhalb Wochen im französischen Roubaix. Dort geht es vom 20. bis 24. Oktober um die WM-Medaillen.

Überragend waren auch die Ergebnisse der Ausdauer-Frauen, die zwei Titel holten. Der Vierer bestätigte seine Leistung von Olympia, gewann souverän vor Italien. Für die erkrankte Lisa Klein (Erfurt) kamen Laura Süßemilch (Aulendorf) und in der Quali Lena-Charlotte Reißner (Erfurt) zum Einsatz, die ihre Sache gut machten. In der Einerverfolgung fuhr Brennauer mit Bahnrekord zum Titel. „Die EM war ein großes Ziel und eine tolle Vorbereitung auf die WM. Da ist die Konkurrenz nochmal größer“, sagte Brennauer, die bei der Straßen-WM Gold im Mixed gewann.

Für die einzige Medaille im Männerbereich sorgte der wiedererstarkte Joachim Eilers mit Bronze im Keirin. sid/dpa