Entscheidender Rückschlag für Lennard Kämna beim Giro, Emanuel Buchmann hat dagegen Moral bewiesen: Der frühere Tour-de-France-Vierte war am Sonntag bei der schweren Bergankunft auf der neunten Etappe über 191 Kilometer zum Blockhaus hinauf zwischenzeitlich schon abgehängt, kämpfte sich aber zurück und hielt den Verlust mit 16 Sekunden Rückstand auf seinen siegreichen Bora-hansgrohe-Teamkollege Jai Hindley in Grenzen. Der Australier bescherte indes mit seinem Sieg vor dem Franzosen Romain Bardet und Ex-Giro-Champion Richard Carapaz dem Bora-Team den zweiten Tagessieg bei der Italien-Rundfahrt.

Der bisherige Gesamtzweite Kämna, der am Dienstag auf dem Ätna triumphiert hatte, musste auf dem 13,6 Kilometer langen Schlussanstieg mit durchschnittlich 8,4 Prozent Steigung abreißen lassen und verlor über vier Minuten. Das Rosa Trikot verteidigte der Spanier Juan Pedro Lopez mit letzter Kraft.

Buchmann jetzt Neunter

Emanuel Buchmann machte mit seinem siebten Platz einen Sprung auf den neunten Gesamtrang. 1:09 Minuten beträgt der Rückstand auf Lopez. Bei der Kapitänsfrage bei Bora ist unterdessen eine erste Vorentscheidung gefallen. Nachdem der Niederländer Wilco Kelderman viel Zeit verlor, konzentriert sich nun alles auf Hindley und Buchmann.

Ohnehin setzt der Ravensburger auf die letzte Woche, nachdem er nicht mit 100 Prozent in den Giro gegangen war. Schon 2021 war Buchmann in Schlagdistanz zur Spitze, ehe er auf dem sechsten Platz liegend nach einem Sturz ausschied.

Noch am Samstag auf der achten Etappe hatte Kämna beim Etappensieg von Ausreißer-König Thomas De Gendt (Belgien) einen Angriff auf das Rosa Trikot gestartet. Doch Lopez war acht Kilometer vor dem Ziel aufmerksam und direkt am Hinterrad des Deutschen.

Am Montag legt der Giro seinen zweiten Ruhetag ein, bevor die zehnte Etappe über 196 Kilometer von Pescara nach Jesi über welliges Terrain folgt. dpa