Der Abschlussbericht der bundesweit größten Breitensport-Studie „SicherimSport“ liegt vor. Ergebnis: Sportvereine brauchen ein Schutzkonzept und klare Anlaufstellen. Gewalterfahrungen im organisierten Sport seien keine Einzelfälle, teilte der Landessportverband Baden-Württemberg (LSVBW) mit. Mädchen und Frauen machten wesentlich mehr negative Erfahrungen als männliche Mitglieder. Je mehr der Leistungsgedanke eine Rolle spielt, um so häufiger kommt auch Gewalt ins Spiel. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass neun von zehn Betroffenen ihre allgemein guten bis sehr guten Erfahrungen mit dem Vereinssport betonten.

Die Studie wurde vom Universitätsklinikum Ulm, der Sporthochschule Köln und der Bergischen Universität Wuppertal gemacht. Elf Landessportbünde, darunter der LSVBW, haben sie gefördert. Es wurden mehr als 4300 Vereinsmitglieder befragt.

Oft beschimpft

Am häufigsten genannt wird psychische Gewalt: 63 Prozent gaben an, dass sie schon mal beschimpft oder erniedrigt worden zu sei. Ein Viertel der Befragten berichtete von sexualisierten Belästigungen oder Grenzverletzungen ohne Körperkontakt. Ein Fünftel ist unerwünscht berührt worden.

Projektleiter Marc Allroggen sagte, die Daten zeigten, dass es sich nicht überwiegend um alte Fälle handle. Andreas Schmid, ehrenamtlicher unabhängiger Beauftragter zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport des LSVBW, hält es für bedenklich, dass nach den vorliegenden Ergebnissen nur die Hälfte der befragten Sportverbände über sichtbare Kontaktmöglichkeiten für Betroffene verfüge.  dpa