Groningen / sid Der Ex-Münchner plant mit 36 Jahren bei seinen Jugendklub ein Comeback.

Das Trikot mit der Nummer 10 liegt so eng an wie zu besten Bayern-Zeiten. „Es fühlt sich gut an, wieder zu Hause zu sein“, sagt Arjen Robben und lächelt. Zu Hause, das ist für Robben das niederländische Groningen und der FC, wo er mit zarten 16 Jahren sein Profidebüt gefeiert hatte. Jetzt, „nach einer wunderbaren, 18 Jahre langen Abenteuerreise“, kehrt der Weltstar für Groningen zurück aus der Fußball-Rente – es ist das Comeback des Jahres.

„Es ist mein Traum, im Trikot des FC Groningen zu spielen“, sagt Robben in einem Video des Klubs, das im Netz binnen einer Stunde mehrere Hunderttausend Mal geklickt wurde: „Noch ist es nicht so weit. Aber man wird ja noch träumen dürfen!“

Die Fans des niederländischen Pokalsiegers von 2015 hatten seit Robbens Abschied vom FC Bayern im vergangenen Sommer unter dem Motto „Arjen volg je hart!“ um ihren 2002 verlorenen Sohn geworben. Jetzt folgt Robben wirklich seinem Herzen.

„Es hat wieder angefangen zu kribbeln, das ist jetzt meine Mission“, sagt der 36-Jährige, dessen überraschende Rückkehr für Euphorie sorgt. „Ich hatte Gänsehaut und Tränen in den Augen“, sagte John de Jonge, Vorsitzender der offiziellen Fanvereinigung. Auch von alten Weggefährten erhielt Robben Zuspruch. „Willkommen zurück auf dem Platz!“, twitterte Thomas Müller, Rafael van der Vaart sagte: „Er ist immer noch topfit und kann noch leicht mithalten.“ Nur das Algemeen Dagblad meldete leise Zweifel an: „Das Herz siegt über den Verstand“.

Robben, der die Bayern 2013 in Wembley zum Champions-­League-Sieg geschossen hatte, hielt sich in den vergangenen Monaten an der Säbener Straße in München fit. Trotzdem sagt er: „Es wird eine große physische Herausforderung, aber ich nehme sie an.“ Die Saison in der Eredivisie soll am 12. September starten. Dass es wirklich klappen könnte, könne er nicht versprechen, „aber mein Drive und meine Motivation werden bei 100 Prozent sein“. Wer ihn an der Säbener trainieren sah, glaubt das aufs Wort. Dort zeigte der Vize-Weltmeister von 2010 (96 Länderspiele/37 Tore) auch seinen typischen Robben-Move: Körpertäuschung, Antritt nach links, Schuss – Tor. Noch aber ohne Gegenspieler. sid