Wer soll diese Super-Bayern stoppen? Mit einem Tor-Spektakel hat der Rekordmeister aus München die 60. Jubiläumssaison der Fußball-Bundesliga bei Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt eröffnet und ein beeindruckendes Statement an die Konkurrenz gesendet. Mit dem 6:1 (5:0)-Sieg vor 51 500 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter Arena unterstrich der Titelverteidiger gleich am ersten Spieltag nachdrücklich seine Ambitionen auf die elfte Meisterschaft in Serie. Die Hessen kassierten dagegen vor dem Uefa-Supercup gegen Champions-League-Gewinner Real Madrid am kommenden Mittwoch in Helsinki einen heftigen Dämpfer.

In einer rasanten und teilweise vogelwilden Partie machten Joshua Kimmich (4.), Benjamin Pavard (11.), Sadio Mané (29.), Jamal Musiala (35.) und Serge Gnabry (43.) bereits vor der Pause alles klar für die wie entfesselt stürmenden Bayern. Erst nach dem Wechsel kam Frankfurt etwas besser ins Spiel und belohnte sich durch Neuzugang Randal Kolo Muani (64.) nach dickem Patzer von Bayern-Torwart Manuel Neuer. Musiala (83.) setzte mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt.

Für die kurioseste Szene des Spiels sorgte Thomas Müller in der 23. Minute. Der Nationalspieler brachte es fertig, den Ball aus kürzester Distanz nicht im leeren Tor unterzubringen. Im Fallen traf Müller nach einem nicht ganz sauberen Pass von Gnabry nur den Pfosten, danach prallte der Ball gegen seinen Kopf. Slapstick pur.

Nagelsmann hatte die Qual der Wahl und entschied sich für die gleiche Startformation wie beim Supercup-Spektakel gegen RB Leipzig (5:3) – und damit gegen den fast 70 Millionen Euro teuren Neuzugang Matthijs de Ligt. Auch Nationalspieler Leroy Sané saß zu Beginn nur auf der Bank. Dafür meldete sich Torhüter Neuer nach seiner Magen-Darm-Erkrankung einsatzfähig. Und vorne stürmte Mané, die neue Attraktion der Liga.

Die Eintracht war komplett von der Rolle, die Schläfrigkeiten in der Frankfurter Hintermannschaft wurde gnadenlos bestrafte. Dann das erste Lebenszeichen der Gastgeber: Innenverteidiger Tuta hatte Pech, dass er per Kopf nur die Latte traf. Neuer wäre machtlos gewesen. Die Münchner schüttelten sich kurz – und setzten ihren Hochgeschwindigkeits-Fußball unbeirrt fort. Hellwach, aggressiv und kombinationsstark fuhr das Star-Ensemble einen gefährlichen Angriff nach dem nächsten auf das gegnerische Tor. Der Lohn: drei weitere Treffer im ersten Durchgang durch Mané, Musiala und Gnabry. Das 5:0 war die höchste Halbzeitführung seit Einführung der Eröffnungsspiele.

Die Eintracht wurde nach allen Regeln der Kunst vorgeführt. Das Team von Trainer Oliver Glasner agierte in der Defensive viel zu offen und lud damit die pfeilschnellen Bayern-Stürmer regelrecht zum Kontern ein. Auch offensiv kam vom Champions-League-Teilnehmer zu wenig, zumal Bundesliga-Rückkehrer Mario Götze blass blieb. Auch von Flügelflitzer Filip Kostic, der von Juventus Turin heftig umworben wird, kam viel zu wenig.

Glasner reagierte und brachte zur zweiten Hälfte in Kristijan Jakic, Christopher Lenz und Kolo Muani gleich drei neue Spieler. Außerdem dürfte der Trainer die richtigen Worte in der Kabine gefunden haben. Aber das große Aufbäumen blieb aus. dpa

Beziehung zu Reporterin zieht Kreise


Julian Nagelsmann sieht in seiner neuen Beziehung zu einer Reporterin der „Bild“-Zeitung keine Probleme für seinen Job als Bayern-Chefcoach. Zwar biete diese Konstellation mit Blick auf mögliche Berichterstattungen eine Angriffsfläche. „Mir ist klar, dass dieser Vorwurf kommen kann, aber: Ich will sicher nicht meiner eigenen Karriere schaden“, sagte der 35-Jährige jetzt der FAZ, wo er sich erstmals öffentlich zu seiner privaten Situation nach der Trennung von seiner Ehefrau äußerte.

Die „Bild“-Zeitung hatte nach Kenntnis von der Beziehung die Reporterin mit sofortiger Wirkung von der Berichterstattung über den FC Bayern entbunden. Auch Münchens Sportvorstand Hasan Salihamidzic hat mit Nagelsmann dessen Situation besprochen. „Er hat das uns und der Mannschaft offen mitgeteilt. Ich glaube, dass er es gut trennen kann.“