Er verabschiedete sich mit einem Lachen, doch bei den Ausführungen zum Spiel schien sich Christian Streich jede Gefühlsregung verboten zu haben. Sollte bloß keiner denken, dass der Trainer des SC Freiburg sich an der historischen Tabellenführung seines Klubs in der Fußball-Bundesliga ergötzt.

Die größte Freude des Trainer-Urgesteins schien nach dem 3:2 (0:1) bei Bayer Leverkusen die Rolle der Spaßbremse zu sein. Statt zu erzählen, wie einmalig und sensationell es ist, dass die Badener den FC Bayern am fünften Spieltag von der Spitze verdrängt hatten, sprach Streich von seinem großen Ziel: Klassenerhalt. „In einem Jahr, in dem wir Europapokal spielen, geht es darum, gute Spiele im Europacup zu machen und Freiburg in der Bundesliga zu halten“, beteuerte er. „Wenn das gelingt, war es ein gutes und schönes Jahr. Und das ist mein vollständiger Ernst.“

Absturz unwahrscheinlich

Die Tabellenführung interessiere ihn „wirklich sowas von nicht“, erklärte der kauzige Coach mit Nachdruck und verzog keine Miene. „Wir haben im Moment auch das nötige Glück“, sagte Streich. Klar ist aber auch: Er hat inzwischen viele taktische und personelle Möglichkeiten. Und er hat im Sommer wieder mal gut eingekauft. In Nationalspieler Matthias Ginter (48. Minute), Michael Gregoritsch (51.) und Ritsu Doan (72.) schossen am Samstag drei Neuzugänge die Tore.

Ein Absturz scheint unwahrscheinlich, auch wenn ab Donnerstag mit dem Spiel gegen Karabach Agdam aus Aserbaidschan das Abenteuer Europa League und die ungewohnte Dreifach-Belastung beginnt. Kapitän Christian Günter erklärte schmunzelnd: „Es gibt Schlimmeres als Tabellenführer zu sein.“

SC-Offensivspieler Roland Sallai, 25, hat im Spiel bei Bayer Leverkusen eine Fraktur des Augenbodens erlitten. Am Montag soll entschieden werden, wie die Verletzung behandelt wird. dpa