Die hübschen Einnahmen im zweistelligen Millionenbereich kommen Christian Streich und dem SC Freiburg gerade recht. Der Sommer nähert sich auch im sonnenverwöhnten Breisgau langsam dem Ende, im Schlussverkauf könnte die Kohle also auf einer netten Shopping-Tour verjubelt werden – Corona macht die Pläne aber zunichte. „Durch die fehlenden Zuschauereinnahmen fehlt Geld“, erklärt Streich, „also müssen wir zusehen, dass die Bilanz am Ende so ist, dass wir uns nicht verschulden müssen“.

Knapp drei Wochen vor dem Start in die Fußball-Bundesliga tüftelt der Sport-Club also an einem anderen Plan, um die prominenten Abgänge zu kompensieren. Mit Alexander Schwolow (Hertha BSC), Robin Koch (Leeds United) und Luca Waldschmidt (Benfica Lissabon) brach Streich zuletzt eine extrem wichtige Achse weg, vor seiner zehnten Saison als Freiburger Chef-Trainer blickt der 55-Jährige ins Ungewisse.

Der Trainer bleibt optimistisch

„Wir werden am Ende der Saison wissen, wie wir die Abgänge vertragen. Ich mache mich jetzt noch nicht verrückt, das geht schon früh genug los“, sagt Streich. Ohnehin sei es für ihn ja normal, dass Spieler zu einem Verein kommen und den irgendwann wieder verlassen, wenn sie sich weiterentwickelt haben. In Freiburg kennt man das.

Als Oliver Baumann ging oder Max Kruse, Roman Bürki, Matthias Ginter, Maximilian Philipp oder der noch immer teuerste Verkauf von Caglar Söyüncü (21 Millionen Euro)  – alle hinterließen große Lücken. Ähnlich wird es vermutlich auch bei Waldschmidt sein – glaubt zumindest Streich. „Luca bekommen wir so nicht genau ersetzt, da müssten wir schon sehr viel Geld zahlen. Und das können wir nicht“, sagt Streich. Was vermutlich nur die halbe Wahrheit ist, denn das Geld wäre ja da: Für Waldschmidt erhielt Freiburg 15 Millionen Euro, Koch soll ebenfalls eine stattliche Summe eingebracht haben.

Freiburgs Coach muss nun mit seinem Team Aufbauarbeit leisten. Er bleibt optimistisch: „Vielleicht können wir ja trotzdem wieder Außergewöhnliches schaffen“, sagt Streich.  sid