Christian Streich wirkt selten wirklich zufrieden, an diesem Nachmittag war das Trainer-Unikat des SC Freiburg aber bedient wie selten zuvor. Schmallippig, knorrig, fast trotzig analysierte der 57-Jährige den desolaten Auftritt seiner Auswahl ausgerechnet an seinem Jubiläumstag. Genau elf Jahre lagen zwischen dem ersten Bundesliga-Spiel von Streich als Trainer des SC Freiburg und dem 0:6 in Wolfsburg. „Am besten sage ich nichts, dann sage ich nichts Falsches“, äußerte Streich nach dem 0:6 (0:3) in der Fußball-Bundesliga beim VfL Wolfsburg, das den Sport-Club Platz zwei und womöglich jede Menge Selbstvertrauen kostete. Die „Demut“, sagte Streich, ist bei den hoch geflogenen Breisgauern „auf jeden Fall zurückgekehrt, das ist klar“. Am Mittwoch wartet mit dem Spiel gegen den neuen Bayern-Verfolger Eintracht Frankfurt (20.30 Uhr/Sky) die nächste harte Prüfung.

Die Breisgauer hätten mit einem Erfolg den Rückstand auf den Tabellenführer aus München auf zwei Punkte verkürzen können. Hätten. Es kam ganz anders. Sowohl Frankfurt als auch der 1. FC Union Berlin zogen vorbei. „Wolfsburg war in der ersten Halbzeit eiskalt“, urteilte SC-Kapitän Christian Günter: „Wir dürfen uns schlussendlich nicht so abschießen lassen.“

Es läuft wenig zusammen

Patrick Wimmer (2.) hatte die Gäste früh mit seinem Tor geschockt, danach lief nicht mehr viel zusammen. Der Sport-Club wirkte behäbig, fehleranfällig und kompliziert. Jonas Wind (28. und 37.) erhöhte noch in der ersten Halbzeit. Auch Yannick Gerhardt (56.), Ridle Baku (80.) und der Ex-Freiburger Luca Waldschmidt (90.+4/Foulelfmeter) trafen ins Freiburger Fan-Herz. „Wir waren schlecht im Zweikampfverhalten“, sagte Streich. „Dann verlierst du auch mal 0:6.“ Die Wolfsburger hingegen sind seit neun Ligaspielen ungeschlagen und bestätigten ihre Rolle als ernsthafter Kandidat für die europäischen Plätze. dpa