Weltmeister und jetzt Nations-League-Sieger – die französische Ausnahmegeneration um Kylian Mbappé hat auch nach dem erneuten Titel noch nicht genug. Nur wenige Minuten nach dem Jubel über den 2:1-Finalsieg gegen Spanien dachte das Star-Ensemble bereits an die Verteidigung ihres WM-Triumphs 2018 von Russland. „Wir werden es genießen, uns gut auf die WM vorbereiten und versuchen, sie zu gewinnen“, sagte Torschütze Karim Benzema am späten Sonntagabend im Mailänder San Siro.

„Das ist der erste Pokal, den ich mit Frankreich gewonnen habe. Ich bin sehr stolz und überglücklich“, sagte der Angreifer, der 2018 nicht dabei war. Wie beim Halbfinal-Sieg gegen Belgien drehte Frankreich im Finale gegen Spanien einen Rückstand und feierte dank eines späten Tores. Mbappé erzielte in der 80. Minute den umjubelten Siegtreffer für die Équipe Tricolore. „Die Geschichte wird weiter geschrieben“, postete er später in Großbuchstaben zu einem Foto, auf dem er den Pokal küsst.

Mbappé stand beim Abspiel von Theo Hernández im Abseits. Da jedoch Spaniens Eric Garcia den Ball noch per Grätsche berührte, zählte der Treffer. Laut Regel verschafft sich ein Spieler keinen Vorteil aus einer Abseitsstellung, wenn er den Ball von einem Gegner erhält, der den Ball absichtlich spielt und es nicht um eine Torverhinderungsaktion handelt. „Das ergibt keinen Sinn“, schimpfte Sergio Busquets angesichts der Regel. Sein Teamkollege habe versucht, den Ball zu erreichen, weil er dachte, dass Mbappé nicht im Abseits ist „und deshalb hat er gemacht, was jeder Verteidiger getan hätte.“

Auch Macron gratuliert

Das konnte die französische Freude aber nicht trüben. „Wir haben schlecht begonnen. Wir wurden von Spanien in der ersten Halbzeit dominiert, wir mussten reagieren“, sagte Mittelfeldspieler Paul Pogba. „Aber das Ergebnis, es ist ein Sieg. Wenn wir so gewinnen, warum nicht. Es ist immer gut, eine Trophäe zu holen. Wir sind immer hungrig nach Trophäen, sind nie zufrieden.“

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gratulierte dem Team via Twitter – die Spanier warten dagegen weiter auf ihre erste Trophäe seit dem EM-Sieg 2012. Mikel Oyarzabal (64.) brachte das Team von Coach Luis Enrique nach gewonnenem Duell mit dem eingewechselten Bayern-Verteidiger Dayot Upamecano in Führung, Karim Benzema glich nur zwei Minuten später mit einem feinen Schlenzer aus.

„Das Unfaire am Fußball ist, dass wir die Chance hatten, den K.o. zu setzen, als wir 1:0 in Führung gegangen sind, aber Karim Benzema hat etwas Außerordentliches geschafft“, sagte Spaniens Trainer Luis Enrique. dpa