Erstmals ist der Optima-Sportpark in Schwäbisch Hall am Samstag (17 Uhr) Schauplatz eines Aktiven-Endspiels. Die Unicorns wollen ihren Titel in der CEFL verteidigen, erwarten dabei den amtierenden italienischen Meister, der allerdings seinen nationalen Titel nicht verteidigen kann, da er am vergangenen Wochenende im Halbfinale gegen Guelfi Firenze 14:19 unterlag. Somit ist das CEFL-Finale für Parma das letzte Saisonspiel. Die Unicorns, vierfacher Deutscher Meister, stehen erst am Beginn der Saison der German Football League (GFL).

Die Unicorns-Trainercrew um Headcoach Jordan Neuman hat stundenlang Videomaterial des Gegners gesichtet und analysiert. Vor allem das CEFL-Halbfinale war von Interesse, setzten sich die Parma Panthers doch mit 21:9 bei den Calanda Broncos in Chur durch. „Parma ist ein sehr defensivstarkes Team“, ordnet der Haller Headcoach den Gegner ein. „Von ihren elf Startern in der Defense sind sieben oder acht italienische Nationalspieler.“ Italien ist immerhin amtierender Football-Europameister. Offensiv setzen die Parma Panthers vor allem auf das Laufspiel. Eine besondere Bedeutung kommt dabei Quarterback Brook Bolles zu, denn dieser ist sehr mobil und zögert auch nicht, selbst zu laufen. Darauf muss sich die Haller Defense einstellen.

Strenge Ausländerregelung

Die Vorfreude bei den Hallern ist enorm. „Mittlerweile ist es unser fünftes Europapokalspiel. Wir haben also schon einige Erfahrung gesammelt“, berichtet Headcoach Jordan Neuman. Er würde das nicht so betonen, wenn es dafür nicht einen Grund gäbe. Denn in der CEFL herrscht eine andere, weitaus strengere Ausländerregelung als in der GFL. Wobei der Begriff „Ausländerregelung“ fast schon in in die Irre führt. Denn es geht vielmehr um Spieler mit College-Erfahrung. Diese sind in der Regel US-Amerikaner. Maximal drei dürfen im Spieltag-Roster stehen, allerdings nur dann, wenn beide Teams drei dieser Spieler in ihrem vorläufigen 55-Mann-Kader auflisten, den beide Teams am vergangenen Dienstag melden mussten. Dieser Kader muss bis zum Finale dann auf 45 Mann reduziert werden.

Zwar haben die Panthers drei US-Spieler mit College-Erfahrung in ihren Reihen, jedoch verletzte sich einer davon im Halbfinale gegen Florenz. So meldeten die Italiener nur zwei, so dass klar ist, dass auch die Unicorns nur zwei Akteure mit College-Erfahrung spielen lassen können.

Ein Platz davon ist fest vergeben an Quarterback Reilly Hennessey, der italienische Vorfahren hat und deshalb auch den italienischen Pass besitzt. Er kennt Parma gut, hat er doch dort vor seinem Wechsel nach Hall gespielt. Gleiches gilt für Tackle Alessandro Vergani und Cornerback Giuseppe Della Vecchia. Wer den zweiten Platz mit College-Erfahrung einnehmen wird, will Jordan Neuman aus taktischen Gründen nicht verraten.

Bei den Unicorns rechnet man mit einer engen Partie, ähnlich dem Halbfinale gegen den französischen Vertreter Flash de la Courneuve, dessen Endergebnis von 35:21 den Spielverlauf nicht wirklich widerspiegelt. Im Gegensatz zum Vorjahr, als die Unicorns im Finale auswärts bei den Swarco Raiders Tirol antreten mussten, genießen sie diesmal Heimvorteil. „Das ist schon etwas Besonders. Wir hoffen auf viele Zuschauer und vor allem auch auf laute Zuschauer“, formuliert es Jordan Neuman. Zumindest Ersteres scheint in Erfüllung zu gehen, schließlich gingen im Vorverkauf schon fast alle Karten für die Haupttribüne weg.

Wahrscheinlich werden mehr als 2000 Fans das Europapokalfinale im Sportpark verfolgen. Zudem wird das CEFL-Finale  live auf der Plattform sportdeutschland.tv zu sehen sein.

Europäischer Wettbewerb


Die Central European Football (CEFL) ist ein privat organisierter Europapokal, der im Laufe der Zeit immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Gegründet wurde er 2006 unter dem Namen Southeastern European League of American Football und war zunächst ein Wettbewerb für Teams aus Serbien und Slowenien. Nach und nach kamen immer mehr Mannschaften dazu, so dass schließlich der Name zu CEFL geändert wurde. 2022 nahmen 13 Mannschaften, darunter neun nationale Meister, an der CEFL teil.