Nächste Runde im Dauerduell: Titelverteidiger Alba Berlin trifft im Play-off-Finale der Bundesliga auf Bayern München, und diesmal im „verschärften Rhythmus“. Geht die Serie, die an diesem Mittwoch in der Hauptstadt startet, über die volle Distanz, sind nur die zwei Reisetage frei.

Einen Tag Pause vor dem Wochenende, einen danach, ansonsten wird einfach durchgepeitscht. „C‘est la vie, wir müssen es nehmen, wie es kommt“, sagt Marko Pesic, Geschäftsführer der Basketballer von Bayern München. Denn geht das Play-off-Finale der Bundesliga gegen Titelverteidiger Alba über die volle Distanz, stehen fünf Spiele in sieben Tagen an. Das Ende einer ohnehin kräftezehrenden Saison wird praktisch zur Durchhalteübung. „Der Modus ist mit den Back-To-Back-Spielen ein außergewöhnlicher und sehr anspruchsvoll. Sowohl mental als auch körperlich“, weiß Alba-Trainer Aito Garcia Reneses: „Für beide Teams wird es wichtig sein, gesund durch diese Serie zu kommen.“

„Der Spielplan ist hart“

Alles muss schnell gehen, der BBL blieb im engen Kalender keine Wahl. Schon vom 18. bis 20. Juni spielt das Nationalteam in Hamburg beim Supercup und bereitet sich dort auf die Olympia-Qualifikation in Split/Kroatien vor. Die Zeit drängt enorm.

„Der Spielplan ist natürlich hart“, sagt Peyton Siva, ganz ähnlich sehen es seine Teamkollegen. Niels Giffey erwartet „so ein bisschen das Überleben des Fittesten“, für Maodo Lo wird schlicht „die Energie eine sehr große Rolle spielen“.

Am Mittwoch und Donnerstag (jeweils 20.30 Uhr/Sport 1) geht es in Berlin los, nach einer Verschnaufpause dann am Samstag und Sonntag in München weiter. Ein mögliches Entscheidungsspiel würde am Dienstag (15. Juni/alle MagentaSport) wieder in der Bundeshauptstadt ausgetragen.

Finale im „verschärften Rhythmus“ nennt das der FC Bayern aus diesem Grund. Die Serie hat es aber nicht allein deshalb in sich. Die Münchner haben schon jetzt sage und schreibe 86 Saisonspiele in den Beinen – 39 in der EuroLeague, 42 in der Bundesliga und fünf im BBL-Pokal. Kaum besser sieht es bei Alba aus, das Team steht bei 80 (34/41/5).

Bayern-Trainer Andrea Trinchieri geht mit den Bayern nach eigener Aussage in „das nächste Kapitel einer spannenden Saga“, doch der Italiener startet ins Ungewisse: „Es bleibt abzuwarten, was für ein Duell es diesmal werden wird, denn wir haben doch einige Probleme mit Verletzungen und sie ja auch.“

„Es wird wichtig sein, dass wir den Heimvorteil nutzen“, meint Siva. Und den gibt es anders als größtenteils in der Coronasaison tatsächlich. Für das erste Finale sind 1450 Fans zugelassen, für Spiel zwei sogar bis zu 2000. In München sind Samstag auf Grundlage eines abgestimmten Hygienekonzepts 1000 dabei.

„Ich freue mich, dass wir ein bisschen die alte Atmosphäre spüren können“, sagt Bayern-Kapitän Nihad Djedovic. München hat nach dem Pokalsieg gegen Berlin die Chance auf das Double, Alba hatte es im Vorjahr gefeiert. „So lange die Saison läuft, sind wir natürlich der Jäger“, stellt Pesic klar: „Alba hat nicht nur Heimrecht, sondern ist auch aktuell deutscher Meister.“ sid

„El Clasico“ ist auch eine Pokal-Revanche


An die große Kunst sei beim Showdown nicht zu denken, warnte Bayern-Kapitän Nihad Djedovic. „Ich gehe davon aus, dass das Finale von der Qualität her nicht so viel zeigt“, sagte der Routinier, der nach langer Verletzungspause pünktlich fit ist. „Wir gegen Alba, das ist El Clasico“, so Djedovic, der schon vier Finalsiege gegen Berlin bejubelt hat, darunter den 85:79-Pokalerfolg im Mai in München.