Lewis Hamilton rast auch beim Ferrari-Heimspiel in Monza der Konkurrenz davon. Der Formel-1-Weltmeister schnappte sich am Freitag die Tagesbestzeit vor seinem Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas. Dritter hinter wurde nach der zweiten Einheit in Italien McLaren-Mann Lando Norris. Sebastian Vettel kam bei seinem letzten Monza-Gastspiel als Ferrari-Fahrer nach einem späten Dreher nicht über Platz zwölf hinaus. In der Spätphase des Trainings schlug er sogar leicht mit dem Heck in eine Absperrung, konnte nach einer Inspektion an der Box aber mit seinem SF1000 wieder ausfahren. Sein Stallrivale Charles Leclerc wurde nur Neunter.

Vettel hatte schon die erste Einheit des Tages nur als Vorletzter abgeschlossen. Nur der kanadische Hinterherfahrer Nicholas Latifi von Williams war langsamer. Leclerc, im vergangenen Jahr bei seinem Monza-Triumph noch gefeiert, fuhr auf dem Hochgeschwindigkeitskurs in Italien zunächst nur die elftbeste Zeit. „Der Wagen ist so schwer zu fahren“, klagte der Monegasse. „Eine Schraube zu drehen und alles ändert sich, ist Wunschdenken“, hatte Vettel zuvor schon über ersehnte Fortschritte gesagt.

Programm souverän gemeistert

Mercedes spulte sein Programm dagegen wieder souverän ab. „Wir waren schnell auf einer Runde, wobei der Longrun aber eigentlich noch besser war“, konstatierte Teamchef Toto Wolff, nachdem sich Bottas vor Hamilton noch die erste Bestzeit geholt hatte. Aber weder das Verbot verschiedener Motoreneinstellungen für Qualifikation und Rennen, um Extra-Leistung abzurufen, noch die höheren Temperaturen in der Lombardei, die die Silberpfeile schon mal bei Kühlung und Reifenmanagement beeinträchtigen, scheinen Mercedes etwas anzuhaben.

Im 999. Grand Prix von Ferrari am Sonntag wird wahrscheinlich erneut ein Mercedes-Fahrer ganz vorne stehen. dpa