Das Konzept der Deutschen Fußball-Liga (DFL) für eine Rückkehr von Zuschauern in die Stadien stößt bei der Bundesregierung auf vorsichtige Zustimmung. „Bei der Frage, ob und wann Fußballspiele wieder mit Zuschauern stattfinden werden, kommt es aber entscheidend darauf an, wie diese grundsätzlichen Überlegungen gemeinsam mit den Behörden vor Ort, also mit den Gesundheitsämtern und den Vereinen, dann halt eben umgesetzt werden“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Er gehe davon aus, dass die Verantwortlichen vor Ort dabei immer auch das aktuelle Infektionsniveau berücksichtigten.

Ein Sprecher des Innen- und Sportministeriums bezeichnete die neue DFL-Vereinbarung in Berlin als einen „begrüßenswerten Schritt“. Priorität hätten das Wirtschaftsleben und die Bildungseinrichtungen, betonte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer, „erst daran anknüpfend gilt es natürlich, den Freizeitsektor zu betrachten“.

Am Vortag hatten die Bundesligaklubs mehrheitlich ein Maßnahmenbündel beschlossen, um Spiele auch während der Corona-Pandemie zumindest vor einer geringen Zahl von Zuschauern austragen zu können. Kernpunkte: ein Verbot von Alkohol, keine Stehplätze und Gäste-Fans. Dazu kommt die Einführung personalisierter Tickets zur Infektions-Nachverfolgung.

Union Berlin allerdings hat auf ein volles Stadion zum Saisonstart gehofft. Der Konter aus Köpenick verzerrt aktuell das Bild vermeintlicher Einigkeit. „Unausgewogen“ sei das DFL-Konzept. Und überhaupt sei man „mit dem Vorgehen grundsätzlich nicht einverstanden“. So lautete die Reaktion des Bundesligisten noch am Dienstagabend. dpa/sid