Joachim Löw schickte seine Nationalspieler nach neun aufreibenden Tagen mit einer klaren Botschaft in die Terminhatz der nächsten Wochen. „Das EM-Halbfinale ist das Minimalziel“, sagte der Bundestrainer allen Abwehrsorgen und kuriosen Gegentoren zum Trotz. Dass seine Elf beim wilden 3:3 (1:2) gegen die Schweiz teils konfus wirkte, ist Löw nicht entgangen. „Wir sehen die Fehler, das müssen wir beheben. Wir waren defensiv nicht immer gut geordnet“, merkte Löw an. Es stellt sich ungeachtet der Diskussionen über eine Dreier- oder eine wie gegen die Schweiz praktizierte Viererkette allerdings auch die Qualitätsfrage.

Vor allem die Hintermannschaft wirkte völlig ungeordnet. „Da müssen wir schauen, dass wir in der Kommunikation besser werden. Das betrifft nicht nur die Abwehr. Als Mannschaft können wir es besser machen“, sagte Löw, der die Tage in den Corona-Risikogebieten Köln und Kiew als Fortschritt bewertete. Er lobte „Einsatz, Moral und Kampfgeist“. Man habe gegen die Schweiz „in jeder Situation gemerkt, dass wir nicht verlieren wollen“.

Löw: Team hat Potenzial

Die Offensive um die Torschützen Timo Werner, Havertz und Serge Gnabry dient als Mutmacher. Man spüre, dass die Mannschaft Fortschritte machen wolle, so Löw, der mit Blick auf die EM versprach: „Diese Mannschaft hat Potenzial. Wenn wir ein paar Dinge korrigieren, können wir uns darauf freuen.“

Die Spieler folgen ungeachtet aller Kritik von außen ihrem Chef. „Wir lassen uns von unserem Weg nicht abbringen“, sagte Havertz. Kapitän Manuel Neuer meinte: „Wir geben uns nicht auf und schauen nach vorne.“

Dieser Blick reicht zunächst in den November, in dem der nächste Länderspiel-Dreierpack ansteht. Nach dem Test in Leipzig gegen Tschechien kann sich das DFB-Team mit Siegen gegen die Ukraine und in Spanien aus eigener Kraft für das Finalturnier der Nations League qualifizieren. Das wird aber erst nach dem EM-Halbfinale ausgetragen. sid