Graz / sid Deutsche Sportler sind in Graz wenig überzeugend. Paul Fentz setzt mit Rang acht ein positives Zeichen.

Stark angefangen, dann stark nachgelassen: Auf ihrem langen Weg zurück an die internationale Spitze sind die deutschen Eiskunstläufer bei den EM in Graz nur schleppend vorangekommen.Der mutlose Auftritt von Nicole Schott  setzte aus deutscher Sicht einen unerfreulichen Schlusspunkt. Statt sich zumindest in der Nähe der dominanten Vierfachspringerinnen aus Russland zu platzieren, verfehlte die 23-jährige Essenerin mit Rang 13 alle selbst gesteckten Ziele. Und überschattete damit aus deutscher Sicht ein Championat, das durchaus auch positive Aspekte für die Deutsche Eislauf-Union (DEU) bereit hielt. Nun muss sich die in Oberstdorf trainierende Läuferin vor den Welttitelkämpfen im März in Montreal ebenso einer internen Ausscheidung stellen wie die deutschen Eistanz-Meister Katharina Müller und Tim Dieck, die gleichfalls 13. wurden.

Mutmacher für die sportliche Zukunft der DEU ist derzeit eher das Berliner Kufen-Quintett mit den Paarläufern Minerva-Fabienne Hase/Nolan Seegert, Annika Hocke/Robert Kunkel sowie dem deutschen Einzel-Meister Paul Fentz. Unter der Aufsicht des neuen Bundestrainers Alexander König stellten speziell die beiden Sportpaare mit den Plätzen fünf und sieben ihre Fortschritte unter Beweis.

Dass der fast schon ausgemusterte Fentz mit zwei starken Programmen und EM-Rang acht externe und interne Kritiker Lügen strafte, war eine positive Überraschung. DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf erklärte: „Es ist schön, dass sich Paul nach so langer Durststrecke wieder den Weg gebahnt hat.“ Und auch praktisch, denn national ist der 27-Jährige schon seit Jahren ohne ernsthafte Konkurrenz.  sid