„Bankräuber“ Erling Haaland und Borussia Dortmund wollen ihre Gegner als Favorit knacken, das kriselnde RB Leipzig lacht seinen monströsen Champions-League-Aufgaben als Außenseiter ins Gesicht. „Vielleicht sind wir nicht bereit für eine solch große Herausforderung“, sagte RB-Trainer Jesse Marsch vor dem Auftaktspiel bei der Weltauswahl von Manchester City: „Aber egal!“

Es hilft ja auch nichts. In der Gruppe mit ManCity und Paris St. Germain, also Neymar, Lionel Messi und Kylian Mbappe, ist jeder Punkt abseits der beiden Duelle mit dem FC Brügge eine Sensation. An diesem Mittwoch (21 Uhr/DAZN) will sich der Bundesligist aus der Retorte zumindest teuer verkaufen.

Ja, verlieren darf man bei Teammanager Pep Guardiola und seinen Stars. Eine Klatsche wäre angesichts des Liga-Fehlstarts aber denkbar schlecht fürs ohnehin angeknackste Selbstvertrauen. „Das schwerste Spiel ist das jetzt in Manchester“, stellte Marsch klar: „City ist im Vergleich zu PSG das vielleicht homogenere Team, und ich hatte gehofft, dass wir später gegen sie spielen, weil wir noch mitten in unserem Prozess sind.“

Der BVB darf sich in seinem Prozess weiter fortgeschritten fühlen. Für Haaland gilt das allemal: Der Schrecken der Strafräume will diesmal ein Panzerknacker sein. Mit der ikonischen Salvador-Dali-Maske aus dem Netflix-Welthit „Das Haus des Geldes“ posierte der Norweger vor dem Abflug zum ersten Spiel bei Besiktas Istanbul, und er hielt im Training einen angeregten Schwatz mit dem Schauspieler Luka Peros. Im türkischen Hexenkessel sind am Mittwoch (18.45 Uhr/DAZN) drei wertvolle Punkte zu stehlen.

Dabei soll es allerdings deutlich planvoller zugehen als beim vogelwilden 4:3 bei Bayer Leverkusen am vergangenen Wochenende. „Wir müssen wieder unsere Leistung auf den Platz bringen – und zwar aus einer guten Ordnung heraus“, forderte Sportdirektor Michael Zorc. Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl erwartet „erneut ein sehr emotionales Spiel. Die türkischen Fans werden dafür schon sorgen. Aber wir haben die Mittel, gegen Besiktas zu bestehen.“

Bei der Auslosung sind den Dortmundern die ganz Großen erspart geblieben. Gegen den türkischen Doublegewinner Besiktas, den portugiesischen Meister Sporting Lissabon und Ajax Amsterdam wird der BVB sechsmal favorisiert sein. „Wir können uns nicht beklagen, das ist sehr ausgewogen“, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und stellte klar: „Wir haben eine ordentliche Chance, ins Achtelfinale einzuziehen.“ dpa