Europa-League-Champion gegen Dauermeister. Eintracht Frankfurt gegen den FC Bayern. Mario Götze gegen Sadio Mané. Die neue Spielzeit beginnt am Freitag (20.30 Uhr/Sat1 und DAZN) mit einem packenden Aufeinandertreffen. Wie starten die Bayern, der große Titelfavorit, in die Saison, wie läuft es ohne den zum FC Barcelona gewechselten 30-Tore-Plus-Mann Robert Lewandowski? Antworten auf diese Fragen könnte es schon beim Duell in Frankfurts WM-Arena geben, die mit 51 500 Zuschauern ausverkauft ist.

Die Münchner wollen es wieder wissen. „Man sieht und merkt im ganzen Klub, dass wir uns sehr freuen, Meister zu werden – trotzdem lechzen wir nach mehr“, sagt Trainer Julian Nagelsmann. Er muss zwar ohne Goalgetter Lewandowski und Innenverteidiger Niklas Süle (Borussia Dortmund) auskommen, dafür aber haben ihm die Klubbosse neue Spieler mit einem Marktwert von insgesamt fast 150 Millionen Euro zur Ertüchtigung seines Teams zur Verfügung gestellt. 

Neuer-Einsatz unklar

Im Blickpunkt: Weltklasse-Angreifer Sadio Mané, den die Bayern vom FC Liverpool loseisen konnten. Zum neuen Abwehrchef ist Matthijs de Ligt (Juventus Turin) auserkoren worden. Unklar ist der Einsatz von Torwart Manuel Neuer in Frankfurt. Ihn plagen Magen-Darm-Beschwerden. Die Bayern hoffen dennoch, dass der Leader im Kasten steht. Ansonsten stünde Vertreter Sven Ulreich bereit. Es fehlen die verletzten Leon Goretzka und Eric Maxim Choupo-Moting sowie der aus der Vorsaison Rot-gesperrte Kingsley Coman.

Bei fulminanten und phasenweise berauschenden 5:3 im Supercup-Finale gegen RB Leipzig deutete der Meister an, dass es auch ohne Lewandowski und ohne einen „echten“ Mittelstürmer geht. Neuzugang Sadio Mané und vor allem Nationalspieler Jamal Musiala hinterließen einen bärenstarken Eindruck.

Die Münchner Ziele für die kommenden Monate sind wie immer ehrgeizig. Der Meistertitel ist Pflicht, im DFB-Pokal möchte sich der Klub diesmal keine Blöße geben und nicht wieder früh ausscheiden. Von größter Bedeutung ist und bleibt die Champions League. Das Viertelfinal-Aus gegen Underdog FC Villarreal im vergangenen Frühjahr nagt noch immer an den Bayern. „Diesmal wollen wir unter den Top vier in Europa sein“, sagt Vorstandsboss Oliver Kahn. Das Halbfinale in der Königsklasse ist also Pflicht. Kahn ist guter Dinge. Er sagt: „Wir haben einen Top-Kader! Alle, die da sind, brennen darauf, noch einen draufzusetzen und mehr Titel zu gewinnen als in der vergangenen Saison.“

Auf den Liga-Auftritt des Meisters in Frankfurt wird die Konkurrenz genau schauen. Zwei Münchner Kontrahenten treffen am Wochenende direkt aufeinander: Borussia Dortmund empfängt am Samstag (18.30 Uhr/Sky) Bayer Leverkusen. RB Leipzig gastiert am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) beim VfB Stuttgart. 

Bayern-Gegner Eintracht Frankfurt hat einen überzeugenden Pflichtspielstart hingelegt und die erste Runde des DFB-Pokals gemeistert. Mit 4:0 gewann der Europa-League-Gewinner beim Zweitligisten 1. FC Magdeburg. Eintracht-Neuzugang Mario Götze, nach zwei Jahren beim PSV Eindhoven wieder in der Bundesliga, fühlt sich in Frankfurt wohl. Der 30-jährige Schütze des entscheidenden Tores im WM-Finale 2014 gegen Argentinien (1:0) freut sich auf das Bundesliga-Duell mit seinem ehemaligen Klub, bei dem er von 2013 bis 2016 unter Vertrag stand. „Ich weiß nicht, ob es mit dem Spiel gegen Bayern einen besseren oder schlechteren Zeitpunkt gibt“, sagte Götze jüngst dem Münchner Merkus und der tz. „Aber wir spielen zu Hause, in einem vollen Stadion, gegen den Meister. Eine sehr schöne Konstellation.“

Alles andere als schön ist für die meisten Klub-Verantwortlichen die Unterbrechung des Spielbetriebs. Während der WM in Katar im Herbst (21. November bis 18. Dezember) macht die Bundesliga Pause. Das gab es noch nie. Wie die Spieler den Rhythmuswechsel wegstecken, ist offen. Bayer Leverkusens Geschäftsführer Simon Rolfes befürchtet erhebliche Folgen für den Bundesliga-Verlauf. „Welchen Einfluss das im Detail auf die Bundesliga haben wird, weiß ich nicht. Dass es Einfluss nehmen wird, dessen bin ich mir sicher“, sagte er in einem Interview des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Für die Vereine sei die WM „eine Katastrophe“.

Bundesliga im TV: Wer überträgt die Spiele?


Sky, DAZN und Sat.1 können ihren Zuschauern Livebilder von Bundesliga-Partien bieten. Sat.1 zeigt frei empfangbar und parallel zu DAZN das Eröffnungsspiel am Freitag zwischen Eintracht Frankfurt und Bayern München (20.30 Uhr) sowie jeweils eine Partie am 15. und 16. Spieltag vor und nach der WM-Unterbrechung. Dazu kommt noch die Relegation zur 1. und 2. Bundesliga.

Freitags ist DAZN dran und zeigt alle Spiele um 20.30 Uhr. Auch am Sonntag ist der Streamingdienst einziger Anbieter und zeigt die Partien um 15.30 Uhr und 17.30 Uhr sowie zehn Spiele um 19.30 Uhr. Samstags überträgt Sky alle Partien einzeln und in der Konferenz und zeigt auch das Topspiel um 18.30 Uhr. Sogenannte englische Wochen, also Partien am Dienstag und Mittwoch, laufen ebenfalls ausschließlich bei Sky.