Wien / seb Das DHB-Team setzt sich im letzten EM-Hauptrundenspiel mit 26:22 gegen Tschechien durch. Im Spiel um Platz fünf wartet Portugal. Von Sebastian Schmid

Mit einem 26:22 (13:10)-Sieg gegen Tschechien haben sich die deutschen Handballer bei der EM aus Wien verschiedet und sich auf den Weg nach Stockholm gemacht. Beiden Mannschaften waren dabei in der Stadthalle die Strapazen der vergangenen zwei Wochen anzumerken. Sieben Partien in 14 Tagen steckten den Spielern in den Knochen. Hinzu kam die mentale Komponente, dass die Partie keine Auswirkung mehr auf die Abschlussplatzierung nach der Hauptrunde hatte.

Das alles schlug sich nicht nur im mäßigen Zuschauerinteresse in der Halle, sondern auch im Niveau der Partie nieder. Sowohl Tschechien als auch Deutschland gingen nicht mit dem allerhöchsten Einsatz und der letzten Entschlossenheit zu Werke. Zudem hatte Bundestrainer Christian Prokop im Vorfeld angekündigt, personell durchwechseln zu wollen, um alle Akteure mit einem Einsatz zu belohnen. Und der 41-Jährige hielt Wort, zumindest was die Feldspieler betraf.

Wiencek erhält eine Pause

Nicht mit von der Partie war der angeschlagene Patrick Wiencek, der im Spiel um Platz fünf gegen Portugal wieder in den Kader rücken könnte. Dafür müsste Prokop allerdings einen anderen Spieler streichen. Für Wiencek war gegen Tschechien Marian Michalczik dabei, saß zunächst aber auf der Bank.

Es dauerte eine ganze Weile, bis die Spieler auf Betriebstemperatur waren. Nach fünf Minuten waren gerade einmal zwei Tore gefallen – auf jeder Seite eins. Dann setzte sich Deutschland ein wenig ab, wobei erneut auf Jogi Bitter Verlass war. Der 37 Jahre alte Keeper, der schon beim 34:22-Kantersieg gegen Österreich der überragende DHB-Akteur war, hielt in der ersten Halbzeit 44 Prozent der Bälle, die auf sein Tor kamen.

Allerdings gingen die deutschen Spieler im Angriff zu schludrig mit ihren Chancen um und versäumten es nach dem 10:6, sich weiter abzusetzen, wobei sich im Tor der Tschechen auch der Ex-Göppinger Martin Galia (40) einige Male auszeichnen konnte. Nach einem Treffer von Philipp Weber, einer der Gewinner im deutschen Team bei dieser EM, führte der Favorit zur Halbzeit mit 13:10.

Bitter blieb auch zu Beginn der zweiten Hälfte im Kasten, bei den Feldspielern wechselte Prokop weiter munter durch. Auch deshalb blieb die Partie ein zähes Ringen, bei dem weiterhin die beiden Torhüter-Oldies im Mittelpunkt standen. So konnte Galia unter anderem zwei Siebenmeter von Tobias Reichmann halten, der in den Partien zuvor noch als sicherer Vollstrecker vom Strich überzeugt hatte.

Mitte der zweiten Hälfte lagen beide Mannschaften noch immer gleichauf (16:16) und sorgten somit immerhin für ein wenig Spannung, auch wenn das Spiel weiterhin kein Handball-Leckerbissen war. Erst als Timo Kastening in Überzahl vier Minuten vor dem Ende zum 26:21 traf, war die Entscheidung zugunsten der deutschen Auswahl gefallen

In Stockholm treffen die deutschen Handballer am kommenden Samstag (16 Uhr) im Spiel um Platz fünf auf Portugal. Das Überraschungsteam dieser EM, das in der Vorrunde Frankreich mit 28:25 besiegt hatte, sicherte sich durch ein 34:26 gegen Ungarn den dritten Platz in zweiten Hauptrundengruppe und feiert damit bereits jetzt schon den größten Erfolg in seiner EM-Historie.

Spanien sichert sich Gruppensieg

Spanien hat sich in der deutschen Hauptrundengruppe mit einem 22:22 gegen Kroatien Platz eins gesichert. Bereits vor der Partie in der Wiener Stadthalle war klar, dass beide Teams sicher im Halbfinale stehen. Sowohl Spanien (33:26) als auch Kroatien (25:24) hatten im Turnier gegen Deutschland gewonnen. Spanien trifft am Freitag in Stockholm auf Slowenien, die Kroaten bekommen es mit Norwegen zu tun.

Wie in der deutschen Gruppe war es in Malmö zu einem direkten Endspiel um den ersten Platz gekommen, wobei sich Norwegen mit 33:30 gegen Slowenien durchsetzte.

Jubel bei Österreich. Der Co-Gastgeber schaffte gegen Weißrussland ein 36:36 und schneidet damit so gut wie noch nie bei einer EM ab.