Alexander Zverev verkündete mit Trauermiene seine persönliche Hiobsbotschaft: „Ich habe extreme Schmerzen, sogar das Gehen tut weh“, sagte der Tennis-Olympiasieger leise. Nachdem sein mehrfacher Bänderriss im rechten Fuß ausgeheilt schien, steht das Comeback den 25-Jährigen in den Sternen.

Diagnostiziert wurde ein Knochenödem am operierten Fuß. Für den Davis-Cup in dieser Woche in Hamburg fällt er aus. Die Pause könnte auch länger werden. „Wir reden über Wochen, höchstwahrscheinlich sogar Monate“, erklärte Zverev deprimiert. Er hat vor seiner Blessur Respekt: „Ich muss da geduldig und vorsichtig sein, so etwas kann für die Zukunft gefährlich werden.“

Team-Kapitän Michael Kohlmann leidet mit seinem Topspieler. „Natürlich war diese Nachricht ein Schock für uns, aber für Sascha natürlich zuallererst“, kommentierte der 48-Jährige den Ausfall. Eine gewisse Mitschuld an seinem gesundheitlichen Rückschlag räumte Zverev unumwunden ein: „Ich habe in der Vorbereitung wohl ein bisschen zu viel gemacht.“ Beim sonntäglichen Training mit Otte kehrte der Schmerz zurück, Zverev musste die Einheit abbrechen. Am Montag folgte die niederschmetternde Diagnose.

Natürlich werde er seine Teamkollegen von der Bank aus anfeuern, beteuerte Zverev, „wie ein Cheerleader eben.“ In der ersten Partie geht es am Mittwoch (14 Uhr/ServusTV und DAZN) gegen Frankreich.

Doch ohne ihren Spitzenspieler ist das deutsche Team ungeachtet des Heimvorteils zumindest in den Spielen gegen Frankreich und Australien klarer Außenseiter. Neue Nummer eins ist der Kölner Oscar Otte, Jan-Lennard Struff (Warstein) dürfte der zweite Einzelspieler sein. Der Karlsruher Yannick Hanfmann wurde nachnominiert.

Die Chancen auf das Erreichen des Finalturniers Ende November in Malaga sind jedenfalls stark gesunken. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Stimmung der Zuschauer in Hamburg entwickelt. Fest steht: Nur die ersten beiden Mannschaften qualifizieren sich für die Endrunde. dpa