Vorhang auf zu Europas größtem Fußball-Theater, die Superstars bitten zum Milliardenspiel in der Glitzerwelt der Champions League: Mit dem FC Bayern an der Spitze machen sich von Dienstag an erstmals gleich fünf Bundesligisten auf die lange Reise zum Sehnsuchtsort Istanbul, die von der Winter-WM in Katar zusätzlich erschwert wird.

Antrittsprämie Zwei Milliarden Euro werden insgesamt ausgeschüttet. Allein für die Teilnahme an der Gruppenphase erhält jede Firma 15,64 Millionen Euro aus dem mit 500,5 Millionen gefüllten Uefa-Topf. Für jeden Sieg in der Vorrunde gibt es 2,8 Millionen Euro, für jedes Remis 930 000 Euro. Marschiert ein Verein mit sechs Siegen durch die Gruppenphase und gewinnt das Finale, kann er mit 84,27 Millionen zu rechnen.

Boni Zusätzlich gibt es noch Boni für das Europacup-Abschneiden der vergangenen zehn Jahre – der FC Bayern als Zweiter dieses Rankings hat schon 35,25 Millionen erhalten.

Marktpool Das war aber noch nicht alles. Es gibt noch den sogenannten Marktpool, in dem ist das Fernsehgeld enthalten ist. Die Hälfte der TV-Einnahmen wird analog zum Abschneiden in der Liga aufgeteilt. Die Bayern bekommen  40 Prozent, Dortmund 30, Leverkusen 20 und Leipzig 10 Prozent. Da sich Frankfurt nicht über die Liga qualifiziert hat, gehen die Hessen leer aus. Da die Vergabe der zweiten Hälfte des Marktpools jedoch von den in der Champions League absolvierten Spielen abhängt, können auch sie weitere Millionen abräumen.

Vergleich In der Frauen-Champions League bekommt jeder Verein ein Startgeld von 400 000 Euro. Der Sieger der Frauen-Königsklasse wird insgesamt bis zu 1,4 Millionen Euro verdienen. Damit kann sich ein Männer-Unternehmen nicht mal mehr ein jugendliches Top-Talent kaufen.

Zukunft Es wird noch mehr Geld geben. Ab der Saison 2024/25 hat die reformierte Königsklasse 100 Spiele mehr, 19 statt 15 Spieltage stehen dann durch die Einführung des Ligaformats („Schweizer System“) auf dem Programm. 36 statt 32 Mannschaften machen mit. Wie viel Geld dann zu holen ist, verrät der Blick auf den Verkauf der Medienrechte für die drei Europacup-Wettbewerbe: Rund 15 Milliarden Euro wird die Uefa für drei Spielzeiten (2024/25 bis 2026/27) kassieren – für die drei davor gab es „nur“ 9,1 Milliarden.

Neue Maßstäbe Schon jetzt kassiert der Gewinner der Champions League weit mehr als 100 Millionen Euro – als die Bayern 2020 den Titel zum bisher letzten Mal nach Deutschland holten, waren es rund 125 Millionen. Das ist weit mehr, als die Münchner aus der Vermarktung der Bundesliga erhalten (knapp 90 Millionen). Obwohl die Einführung der Super League vorerst scheiterte, sind abgesehen von der Premier League die nationalen Ligen längst stark entwertet.

Dortmund Erhebliche Personalsorgen plagen die Borussen vor der Partie gegen den FC Kopenhagen am Dienstag (18.45 Uhr). Flügelspieler Jamie Bynoe-Gittens muss möglicherweise an der Schulter operiert werden, Donyell Malen und Karim Adeyemi sind angeschlagen. Ohnehin fehlen Mahmoud Dahoud, Sebastien Haller und Mateu Morey noch monatelang. Erstmals in der Champions League wird die Südtribüne eine Stehtribüne sein. „Wir freuen uns riesig, dass die ganze Gelbe Wand voll ist, das wird hoffentlich ein Spektakel“, sagte Kapitän Marco Reus.

Leipzig RB-Trainer Domenico Tedesco will die Diskussion um seinen Job nicht an sich heranlassen. „Das gehört dazu. Ich versuche, mich mit Arbeit im Sinne von Spielvorbereitung abzulenken“, sagte der 36-Jährige am Montag. Leipzig trifft am Dienstag (19 Uhr) auf den ukrainischen Meister Schachtjor Donezk. Die Fragen zu seiner Zukunft kann der Trainer teilweise nachvollziehen: „Nach so einem Spiel ist doch klar, dass es Menschen gibt, die unzufrieden sind. Und da bin ich der erste“, sagte Tedesco.

Mittwoch Die anderen deutschen Teams starten am Mittwoch. Der FC Bayern trifft auf die stark kriselnden Italiener von Inter Mailand. Auch Europa-League-Champion Eintracht Frankfurt ist gegen Sporting Lissabon Favorit, ebenso wie Bayer Leverkusen gegen den FC Brügge.

Gedrängtes Auftaktprogramm


Rahmen 32 Mannschaften kämpfen um einen Platz im Finale, das am 10. Juni 2023 im Istanbuler Atatürk-Olympiastadion stattfinden soll. Neben Meister Bayern München, Vizemeister Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und Pokalsieger RB Leipzig ist auch Europa-League-Gewinner Frankfurt dabei.

Termine Bereits in der nächsten Woche steigt der zweite Spieltag. Die restlichen Gruppenspiele werden aufgrund der Winter-WM in Katar in einem sehr straffen Zeitplan von Anfang Oktober bis Anfang November ausgetragen. Die Auslosung für das Achtelfinale ist für den 7. November angesetzt, die K.o.-Phase beginnt im Februar.