Orlando / dpa/sid In Orlando nimmt die Major League Soccer neuen Anlauf. Für zwei deutsche Profis ist die Lage „beängstigend“.

Fußballprofi Florian Jungwirth übt anlässlich des Comeback-Turniers der nordamerikanischen Liga MLS scharfe Kritik am Umgang der US-Regierung mit der Corona-Krise. „Hier in den USA muss man ganz klar von politischem Versagen sprechen“, sagte der 31-Jährige, der seit 2017 für die San José Earthquakes spielt, dem „Münchner Merkur“. „Ich bin weder Politiker, noch Arzt oder Virologe, aber es ist kein Geheimnis, dass Amerika im Kampf gegen Corona versagt hat. Das hat nicht nur Präsident Donald Trump getan, sondern auch die Gouverneure.“

Die anstehende Präsidentschaftswahl im November habe die Krise verschärft. „Es wäre zu wünschen gewesen, dass Demokraten und Republikaner zusammenarbeiten, um die Probleme zu lösen. Stattdessen schießen sie nur Giftpfeile aufeinander“, sagte der frühere Bundesliga-Profi von Darmstadt 98. „Viele republikanische Staaten haben den Lockdown sehr früh beendet, die demokratischen Staaten hatten sehr lange eine Quarantäne und haben es zum Teil noch heute.“

Die Major League Soccer will in dem abgeschotteten Sports Complex auf dem Gelände des Vergnügungsparks Disney World in Orlando/Florida von jetzt an bis zum 11. August ihr Turnier ausspielen. Jungwirths Elf soll in der Nacht zum Samstag gegen die Seattle Sounders spielen.

Auch für Julian Gressel ist die Situation schlicht „beängstigend“. Gerade die Lage in Florida sei „richtig schlimm“, sagte der deutsche Profi vom viermaligen Meister D.C. United der Washington Post. Was Gressel da noch nicht wusste: Dass unmittelbar vor dem Auftakt mit dem FC Dallas ein Klub vom Turnier ausgeschlossen werden würde – und mit dem SC Nashville ein zweiter vor dem Aus steht. Vorausgegangen waren positive Corona-Tests bei gleich zehn Dallas-Spielern und einem Betreuer. Trainer Luchi Gonzalez war „enttäuscht“ über den Ausschluss, „aber Gesundheit und Sicherheit haben Priorität“. Bei Nashville, Team des früheren deutschen U-21-Nationalspielers Hany Mukhtar, sind es fünf positive Spieler und vier mit unklarem Testergebnis. Nashvilles Auftakt gegen Chicago Fire ist  bereits verschoben. dpa/sid