Alexander Zverevs Körpersprache ließ tief blicken. Die deutsche Nummer eins verschränkte die Arme vor der Brust, rutschte unruhig auf dem Stuhl hin und her und blickte frustriert gen Boden. An der ernüchternden Auftaktpleite bei den ATP Finals hatte Zverev mächtig zu knabbern. „Wenn ich so spiele, werde ich hier kein einziges Match gewinnen“, sagte der Weltranglistensiebte nach dem 3:6, 4:6 gegen den Russen Daniil Medwedew. Zverev muss in London beherzt auf den Reset-Knopf drücken.

„Für mich ist es jetzt ein ganz normales Turnier. Wenn ich verliere, fahre ich nach Hause, sagte der 23 Jahre alte Hamburger. Anders als bei Grand-Slam- oder Mastersturnieren erhält er beim Jahresfinale der besten Acht eine zweite Chance. Am Mittwoch gegen den Argentinier Diego Schwartzman (15 Uhr/Sky) und zwei Tage später gegen den Weltranglistenersten Novak Djokovic muss er sich aber ganz anders präsentieren als am späten Montagabend. „Ich muss Diego und Novak schlagen, um eine Chance auf das Halbfinale zu haben“, sagte Zverev: „Ich werde mein Bestes geben.“ Selbst bei einer weiteren Niederlage gegen Schwartzman besteht noch eine theoretische Chance aufs Weiterkommen. Zverev muss schnell einen Hebel finden, um sein Service zu stabilisieren. Mit sieben Doppelfehlern und 21 Prozent gewonnenen Punkten nach dem zweiten Aufschlag wird er in einem Weltklassefeld nichts ausrichten können. In den vergangenen Wochen hatte Zverev die Aufschlagprobleme eigentlich abgestellt.

Er wird das Gespräch mit seinem Vater und mit Trainer David Ferrer suchen. Und im Training daran arbeiten, ein besseres Gefühl für die Bedingungen in der leeren o2-Arena zu erlangen. Der Platz sei „deutlich schneller“ als beim Masters in Paris, sagte Zverev, „und die Bälle sind schwer zu kontrollieren“. In Paris hatte er nach zwei Turniersiegen in Köln den Finaleinzug geschafft. sid