Den Geburtstags-Trip zu Lazio Rom hätte sich Bayern-Coach Hansi Flick entspannter gewünscht. Die Champions-League-Dienstreise in die Ewige Stadt steht nämlich plötzlich unter einem ganz anderen Motto: Straucheln die in der Bundesliga wankenden Münchner ohne Anführer Thomas Müller am Dienstag (21 Uhr/Sky) im Duell mit Lazio Rom erstmals unter Erfolgscoach Flick auch auf Europas großer Fußball-Bühne?

Flick antwortete vor dem Achtelfinal-Hinspiel seines Teams am Montag so: „Wir wissen, was in den letzten Tagen alles passiert ist. Die Belastung war sehr hoch, und der eine oder andere Spieler, der uns gut tut, fehlt. Aber Champions League – das sind besondere Spiele für uns.“ Flick möchte gerne mit einem Erfolg in seinen 56. Geburtstag am Mittwoch hineinfeiern.

Und so vertraut er darauf, dass nach den jüngsten 0:2-Rückständen gegen Bielefeld (3:3) und Frankfurt (1:2) allein das Ertönen der Königsklassen-Hymne im Stadio Olimpico bei seinen Vielspielern wie ein Aufputschmittel wirkt. Angreifer Kingsley Coman glaubt an diesen Effekt. „Es war bei uns zuletzt ein wenig Müdigkeit da. Aber jetzt ist es ein Spiel in der Champions League“, sagte der Franzose. Die Titelverteidigung in der Königsklasse ist das alles überstrahlende Saisonziel für Weltfußballer Robert Lewandowski und Kollegen. Seit 17 Partien sind die Bayern in der Champions League ungeschlagen.

Miroslav Klose, der fünf Jahre für Lazio stürmte, sieht seine Bayern gegen seinen „Wunschgegner“ zwar immer noch in der Favoritenrolle, „aber nicht klar, wenn ich auf die Personalsituation schaue“, wie Flicks Assistent sagte. Neben Antreiber Müller fallen auch Serge Gnabry, Benjamin Pavard, Corentin Tolisso oder Douglas Costa weiterhin aus. Niklas Süle ist angeschlagen. Sein Einsatz ist aber offenbar nicht gefährdet.

Eine Schlüsselrolle kommt Leon Goretzka zu. Mit dem Nationalspieler sprach Flick am Montag lange auf dem Trainingsplatz. Goretzka ist Flicks Hoffnungsträger, womöglich auf Müllers Zehner-Position. Goretzka strahlte nach seiner überstandenen Corona-Infektion beim 45-Minuten-Comeback in Frankfurt mit seiner Aggressivität genau das aus, was Flick ohne Wortführer Müller auf dem Platz vermisst. „Er hat eine positive Energie ausgestrahlt und diese auf die Mannschaft übertragen“, lobte Flick. In Rom werde Goretzka darum beginnen. Er soll im Mittelfeld rackern, solange die Kräfte reichen. „Wenn er die Leistung wie in Frankfurt abruft, tut uns das gut“, sagte Flick.

Im Fokus stehen aber auch die Torjäger, Lazios Ciro Immobile (31) und Bayerns Weltfußballer Lewandowski (32). „Wir wissen, wie torgefährlich Ciro Immobile ist“, betonte Keeper Manuel Neuer: „Lewy freut sich sicher auf dieses Duell – und ich werde mich als Torwart gut vorbereiten.“

Ciro Immobile gewann in der vergangenen Saison mit fantastischen 36 Toren in Italiens Serie A den Goldenen Schuh und traf darüber hinaus in der Gruppenphase in beiden Partien gegen Borussia Dortmund. Beim BVB war Immobile 2014 daran gescheitert, die Nachfolge von Lewandowski anzutreten. dpa

Bayern verschärfen Corona-Regeln


Nach einer Reihe von Corona-Fällen in seiner Mannschaft hat der FC Bayern seine Corona-Regeln noch einmal angepasst. „Es ist verschärft worden. Wir sind jeden Tag in der Testung, am Spieltag gibt es morgens um 7 Uhr eine Testung“, sagte Trainer Hansi Flick am Montag vor der Abreise zum Achtelfinal-Hinspiel in Rom.