Stefan Kuntz ließ nach dem erlösenden Abpfiff seinen Emotionen freien Lauf und konnte seine Tränen nicht mehr zurückhalten. „Ich bin stolz auf mein Team“, sagte der neue Nationaltrainer der Türkei nach dem Krimi in der WM-Qualifikation in Lettland, den seine Elf in letzter Sekunde 2:1 (0:0) gewann: „Sie haben nie aufgegeben.“ Er habe gespürt, dass da „etwas zusammenwächst“, sagte der 58-Jährige nach seinem zweiten Spiel. Durch den Sieg wahrten die Türken die WM-Chance, doch Kuntz mahnte auch: „Wir müssen realistisch sein. Wir brauchen noch sechs Punkte.“ Bei noch zwei ausstehenden Spielen gegen Gibraltar und Montenegro hat die Türkei in Gruppe G als Tabellendritter vier Punkte Rückstand auf die Niederlande und zwei Punkte Abstand zu Norwegen. Kuntz hatte drei Tage nach seinem Debüt beim 1:1 gegen Norwegen zunächst Glück, dass sein Team durch Antonijs Cernomordijs nicht in Rückstand geriet (7.). Anschließend unterlief Merih Demiral ein Eigentor (70.). Ex-Bundesligaprofi Serdar Dursun (75.) und Burak Yilmaz per Foulelfmeter (90.+9) sorgten aber noch für die Wende. „Es war nicht alles gut, es gibt viel zu verbessern“, sagte Kuntz.

Einen Wechsel an der Spitze gab es in Gruppe H. Russland überholte Kroatien. Die Russen gewannen mit 2:1 (2:1) in Slowenien, Kroatien kam gegen die Slowakei nicht über ein 2:2 (1:2) hinaus, obwohl Andrej Kramaric von 1899 Hoffenheim zum 1:1 getroffen hatte (25.). Zuvor trennten sich Zypern und Malta 2:2 (1:0).

Der Führende der Gruppe E, Belgien, war am Sonntag noch in der Nations League im Einsatz gewesen und setzte deswegen aus. Dahinter bringt sich Wales dank eines 1:0 (1:0) in Estland in eine gute Ausgangslage. Zwar sind die Waliser noch Dritter. Aber Tschechien als Belgiens erster Verfolger hat ebenfalls elf Punkte auf dem Konto, jedoch auch eine Partie mehr absolviert. Bei den Tschechen traf beim 2:0 (1:0) bei Belarus unter anderem Patrick Schick vom Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen. sid/dpa