Die Frage aller Fragen ist für Franz Beckenbauer gar keine. "Natürlich soll er weitermachen", sagt der "Kaiser" über den schwer angeschlagenen Joachim Löw. Auch nach dem katastrophalen 0:6-Kollaps der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Spanien solle der Bundestrainer "die EM angehen. Das Spiel hilft ihm am Ende, neue Erkenntnisse zu sammeln."

Während die Fans ihren einstigen Liebling Löw mehreren übereinstimmenden Umfragen zufolge nach 14 Jahren gerne loswerden wollen, setzt sich Beckenbauer an die Spitze einer Bewegung: Die deutsche Fußball-Prominenz formiert sich mehrheitlich zu Löws Verteidigung. „Obwohl die Welt jetzt über uns lacht", wie der 75-Jährige in der Bild-Zeitung einräumte.

Julian Nagelsmann, Trainer von RB Leipzig, wirbt wie Jürgen Klinsmann für einen „menschlicheren Umgang" mit dem "Prunkstück des deutschen Fußballs". Eine brutale Niederlage wie jene von Sevilla, die schlimmste seit 1931, habe neben sportlichen Ursachen auch andere Gründe. "Jogi wird nur schlecht geschrieben", sagte Nagelsmann.

"Wir haben einen Bundestrainer, der bisher einen guten Job gemacht hat. Da gehört es sich nicht, darüber zu sprechen", sagte Ralf Rangnick über die Spekulationen um eine Löw-Nachfolge bei RTL. Der ehemalige Leipziger Trainer wird als  Anwärter auf den Bundestrainer-Job genannt. Er sei "sehr gespannt", ob sich der DFB bei ihm melden werde.

Als passionierter Golfspieler vergleicht Beckenbauer Löws Lage mit der von US-Megastar Tiger Woods.  "Er war am Sonntag beim Golf-Masters völlig unerklärlich daneben, brauchte zehn Schläge für ein Loch, für das nur drei vorgesehen sind. So etwas passiert halt."

In einem anderen Punkt widerspricht Beckenbauer Löw aber. Er würde Thomas Müller in die Nationalmannschaft zurückholen. „Müller“, ist sich der Kaiser sicher, „würde die Mannschaft auf Vordermann bringen.“ sid