Die Tifosi auf den Tribünen tobten, sie pfiffen und buhten. Ferrari-Fanliebling Charles Leclerc war bitter enttäuscht, und selbst der Jubel von Max Verstappen fiel etwas verhalten aus. Denn: Ausgerechnet in Monza rollte das Feld im Schneckentempo über die Ziellinie. Nach einer späten Safety-Car-Phase wurde das Rennen vor über 100 000 Fans nicht noch einmal freigegeben.

„Das Ende war frustrierend. Das ist schade“, sagte Polesetter Leclerc, dem so ein später Angriff auf Weltmeister Verstappen im Red Bull verwehrt wurde: „Ich wäre am Ende gerne noch Rennen gefahren, und ich hätte vor diesen Fans gerne gewonnen. Zufrieden bin ich natürlich nicht.“

So gewann Verstappen ungefährdet und kann nun schon beim nächsten Rennen in Singapur (2. Oktober) seine Titelverteidigung perfekt machen. „Es hat für mich ein bisschen gedauert, auf dieses schöne Podium in Monza zu kommen“, sagte Verstappen, der bei der Siegerehrung ausgebuht wurde, „das war ein tolles Rennen und ein sehr guter Tag.“

Verstappen hatte nach einer Strafe auf Platz sieben starten müssen, war aber in der fünften Runde schon Zweiter hinter Leclerc. Danach schonte er die Reifen. Leclerc nutzte eine virtuelle Safety-Car-Phase, um an die Box zu kommen. Verstappen stoppte zur Hälfte, wechselte auf Medium-Reifen, Ferrari holte Leclerc kurz danach erneut an die Box – der Monegasse bekam Soft-Pneus. Doch nach dem Strategiewechsel hatte Leclerc knapp 20 Sekunden Rückstand. Die späte Safety-Car-Phase hätte noch einmal für Spannung sorgen können, die Bergung des Wagens von Daniel Ricciardo dauerte aber zu lang.

Mick Schumacher war im Haas wie erwartet chancenlos (12.). Für Sebastian Vettel endete das Rennen in der elften Runde mit kaputtem Aston Martin. „Wir wussten, dass es ein langes, schwieriges Rennen wird. Für mich war es dann doch nicht so lang“, sagte Vettel: „Singapur liegt mir aber, und schlechter als hier kann es nicht werden.“ sid