Bremen / dpa Der 1. FC Heidenheim greift nach dem 0:0-Remis gegen Werder Bremen nach der Bundesliga.

Auch nach dem erfolgversprechenden Ergebnis im Relegationshinspiel ist der 1. FC Heidenheim seiner Linie treu geblieben: selbstbewusst, optimistisch – aber keineswegs euphorisch. Dabei hätten Spieler und Trainer nach dem verdienten 0:0 bei Werder Bremen am Donnerstag allen Grund, ihre übliche Zurückhaltung zumindest ein wenig aufzugeben. Denn der erste Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte rückt nach dem frechen Auftritt immer näher.

Doch was sagte Coach Frank Schmidt? „Kompliment für meine Mannschaft über die gesamte Spielzeit. Wir müssen aber vorsichtig sein jetzt.“ Denn die zweite und entscheidende Partie am Montag (20.30 Uhr/DAZN und Amazon Prime) in Heidenheim werde „ein extrem gefährliches Spiel“.

Auch Kapitän Marc Schnatterer, der mit Schmidt und dem FCH-Vorstandsvorsitzenden Holger Sanwald seit vielen Jahren das Erfolgstrio beim Zweitliga-Dritten von der Ostalb bildet, äußerte sich vor dem Rückspiel ähnlich. „Es haben uns, glaube ich, nur wenige zugetraut, dass wir hier ein 0:0 mitnehmen können, auch in dieser Weise“, erklärte der 34-Jährige. „Wir müssen das noch einmal genau so abrufen. Ein Millimeter oder ein Zentimeter weniger, dann wird es schon eng.“

„Katastrophale Leistung“

Dabei wäre gegen die plan-, mut- und kraftlosen Bremer, denen ihr Trainer Florian Kohfeldt eine „katastrophale Leistung“ bescheinigte, im Hinspiel sogar mehr drin gewesen. Und mit einem Auswärtstor gegen den Bundesliga-­Drittletzten hätte die Mannschaft von Frank Schmidt das Tor zur Ersten Liga schon sehr weit aufgestoßen.

So paradox es nach diesem starken und mutigen Auftritt des 1. FC Heidenheim also klingt: Der Verlierer der torlosen Partie war eher der FCH. Denn die Gäste versäumten es im Dauerregen am Osterdeich, einer völlig verunsicherten Werder-Elf bereits alle Hoffnung auf die Rettung zu nehmen. „Das 0:0 ist ein sehr gutes Ergebnis, aber auch ein gefährliches“, brachte es FCH-Boss Sanwald auf den Punkt. Doch Schmidt forderte auch, sich nicht nur damit zu beschäftigen, „was alles schieflaufen kann, sondern mehr damit, was alles klappen kann, so wie heute“. Denn das war schon ziemlich viel.

Tatsächlich ist die Chance so groß wie nie. Ein angeschlagener Gegner, ein Heimspiel, ein knapper Sieg reicht – doch erstmals hat der 1. FC Heidenheim nun auch selbst etwas zu verlieren. Gelingt aber der Aufstiegs-Coup, wird auf dem Schlossberg Schluss sein mit der Zurückhaltung. Und gefeiert. dpa