Am Ende einer für die deutschen Biathleten so enttäuschenden WM blieben Arnd Peiffer nur die Glückwünsche an den Sieger. Mit Platz zwölf im Massenstart beschloss der Harzer am Sonntag das Saison-Highlight im slowenischen Pokljuka, das mit lediglich zweimal Silber so schlecht endete wie zuvor überhaupt nur einmal seit der Wiedervereinigung. Auch 2013 in Nove Mesto hatte es mit einmal Silber und einmal Bronze nur zweimal Edelmetall für die DSV-Skijäger gegeben. Die angestrebte Medaillenausbeute von vier bis fünf wurde verfehlt, einige Rennen liefen sogar historisch schwach.

„Wir haben sicher nicht das erreicht, was wir erreichen wollten. Wir sind nicht 100 Prozent zufrieden, aber es war nicht alles schlecht“, sagte Bundestrainer Mark Kirchner. Grund zum Jubeln hatte am Abschluss-Wochenende einzig die starke Frauenstaffel, die Franziska Preuß mit einer Energieleistung am Samstag auf den letzten Metern zu Silber geführt hatte. Mit einer Einzelmedaille konnte sich die Bayerin aber nicht belohnen. „Ich sehe, dass ich es kann, es sind nur kleine Stellschrauben, die manchmal nicht passen. Aber ich habe eine richtig gute WM gemacht, und das nehme ich mit“, sagte Preuß nach Rang sechs am Sonntag im Massenstart.

Alles muss zusammenpassen

Am Ende bleibt jedoch, dass die einst so erfolgsverwöhnten DSV-Frauen erstmals seit 1997 bei einer WM in den Individualwettbewerben ganz ohne Edelmetall blieben. „Es ist echt schwer. Man braucht einen richtig guten Tag“, sagte Preuß: „Ich hatte das Ziel, eine Einzelmedaille zu gewinnen. Das habe ich nicht geschafft.“

Bei den Männern gelang das zwar Arnd Peiffer mit Silber im Einzel, dafür scheiterte die Herren-Staffel am Samstag krachend am Medaillenziel. Nach einem unerklärlichen Leistungseinbruch von Startläufer Erik Lesser landete der Thüringer gemeinsam mit Roman Rees, Peiffer und Benedikt Doll nur auf Platz sieben. Die favorisierten Norweger holten bei den Frauen und Männern jeweils Gold. Preuß verdrängte im Schlussspurt kurz vor der Ziellinie sehenswert die Ukrainerin Olena Pidruschna um 0,4 Sekunden auf Platz drei. „Läuferisch bin ich richtig gut, das bestätigt meinen Weg“, sagte Preuß, die der deutsche Lichtblick bei den äußerst durchwachsenen Welttitelkämpfen war.

Ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Peking wurde auf der Pokljuka klar, dass die deutschen Skijäger viel Arbeit vor sich haben. Vor allem die Norweger (14 Medaillen), Franzosen (7) und Schweden (6) sind breiter und besser aufgestellt. Bei Olympia wolle sich die Mannschaft anders zeigen, sagte Frauentrainer Kristian Mehringer: „Das ist unser großes Ziel. Dann sind vielleicht wir die Lachenden.“

Während bei den Damen oft nur wenig nach ganz vorne fehlte, waren die Vorstellungen der Männer teilweise erschreckend. In der ersten WM-Woche lieferten die Schützlinge von Bundestrainer Kirchner den schlechtesten Sprint ihrer Geschichte ab. Als Bester war Peiffer 36., um dann wenige Tage später mit der ersten Medaille jedoch die Erlösung zu bringen. Im Massenstart am Sonntag war Peiffer zwar wieder der beste Deutsche, aber auch chancenlos. Diese Momente zeigten, wie schwierig es in naher Zukunft für die Männer werden könnte. In Peiffer (33), Lesser (32) und Doll (30) sind die Leistungsträger schon recht alt, von unten drücken fast keine Talente in die Nationalmannschaft. dpa

Kommentar

14


Medaillen haben die norwegischen Skijäger bei der WM abgesahnt und führen damit den Medaillenspiegel deutlich vor den Franzosen (7) und Schweden (6) an.