Trainer Sandro Jooß wollte eine Reaktion von seiner Mannschaft beim Spiel gegen den starken Aufsteiger Hegensberg/Liebersbronn sehen. Kapitän Kling wollte, dass seine Mannschaft „endlich mal liefert“. Und geliefert wurde beim letzten Heimspiel des Jahres – dank einer überragenden Defensivarbeit sogar auf beeindruckende Art.

Die Mannschaft setzte dieses Mal um, was sie im Stande ist, zu spielen. Alle Spieler zeigten die Körpersprache, die gegen Winzingen vermisst wurde und in dieser Liga dringend nötig ist.

Hegensberg/Liebersbronn ist als Tabellensechster und bester Aufsteiger unter den Buigen gereist. Bitter für die Gegner: Co-Trainer und Spieler Richter fiel wegen eines gebrochenen Mittelfußes aus, was der Mannschaft während des ganzen Spiels sehr zusetzte. Bei den Hausherren fehlten weiter Abele und Rugaci, auch am kommenden Samstag fallen sie aus.

Die Blau-Weißen starteten mit einem 0:1-Rückstand in die Partie. Erst nach über drei Minuten setzte sich Schütz am Kreis durch und glich aus. Ein kleiner Wachmacher, denn der stärkste SHBler Oli Aeugle brachte sein Team daraufhin mit einem Doppelschlag 3:1 in Front. Energisch und leichtfüßig agierte die Deckung der Jooß-Truppe. Albrecht erhöhte auf 4:1 nach knapp acht Minuten war der Start perfekt.

Dann folgte allerdings eine kurze Schwächephase der SHB und der beste Gästespieler Nils Kühl glich zum 4:4 aus. Glücklicherweise fing sich die Abwehr der Gastgeber wieder und gestützt auf einen gut aufgelegten Stängle im Tor konnte der Vorsprung durch Aeugle und Bauer wieder ausgebaut werden. Baumann und Kühl auf Seiten der Esslinger Vorstädter hielten ihr Team beim 7:7 im Alleingang zunächst weiter im Spiel.

In Überzahl die Führung verpasst

In Überzahl verpasste es die SHB, wieder in Führung zu gehen. Im Gegenteil: Eine Unterzahl musste her, um durch zwei sehenswerte Treffer von Aeugle mit zwei Toren wieder Abstand zu gewinnen (11:9).

Abschütteln ließen sich die geduldigen Gäste aber nicht. Einige liegengelassene Chancen der Hausherren nutzten die Schwarz-Weißen im Gegenzug zum 11:11-Ausgleich.

Trainer Jooß wusste aus seinen Videoanalysen, dass die SG in der zweiten Halbzeit meistens besser spielt und in den zurückliegenden Partien oft einen Rückstand aufholen konnte. Deshalb mahnte er seine Spieler in der Halbzeit, nicht nachzulassen.

In die Karten spielte der SHB, dass man vor dem Spiel auf der anderen Hallenhälfte wie gewohnt begann und so kürzere Wege beim Angriff-Abwehr-Wechsel hatte.

Zunächst kamen die Hausherren besser aus der Kabine. Albrecht (in der ersten Hälfte noch gescheitert) traf von der Strafwurflinie und Spielmacher Bayik konnte mit einer feinen Einzelleistung zum 13:11 erhöhen. Die Abwehr blockte, was das Zeug hielt (insgesamt 13 Mal).

Hegensberg wachte aber wieder auf. Begünstigt von einer Strafzeit gegen Routinier Wurelly glichen die zähen Gäste zum 13:13 wieder aus. Jetzt lief Aeugle erneut heiß: Sein Doppelschlag brachte seine Farben wieder mit zwei Toren in Front.

Aeugle muss verletzt raus

Unglücklicherweise verletzte sich Aeugle in einer Abwehraktion und musste knapp 20 Minuten vor Schluss vom Feld. Trainer Jooß zeigte nun aber Mut: Mit Akermann und Hauser sowie dem jungen Stelzer standen drei U-20 Spieler auf dem Feld und machten ihre Sache sehr abgezockt.

Zunächst aber glichen die Gegner zum 16:16 aus, Hausers netzte daraufhin zweimal nacheinander zum 18:16 ein. Doch der Aufsteiger dachte gar nicht daran, die Punkte so einfach der SHB zu überlassen. Immer wieder hatten sie eine Antwort auf die erkämpften Führungstreffer der Gastgeber parat.

Konditionstraining zahlt sich aus

Beim 20:20 knapp fünf Minuten vor Schluss rechnete Jooß mit einer kampfbetonten Endphase. Die Konditionseinheiten in den letzten zwei Wochen machten sich nun bezahlt. Dazu kam, dass Bauer den Gästespieler Sokele weiter gut im Griff hatte und Kling die Zügel im Endspurt noch einmal anziehen konnte: Sein Führungstreffer läutete eine tolle Endphase der Hausherren ein, Bayik erhöhte kurz vor Schluss auf 22:20.

Hegensberg kam ein weiteres Mal in Unterzahl und nach und nach begannen die Heimfans, die ihre Mannschaft toll unterstützt haben, an den Sieg zu glauben. Kling zeigte vom Strafwurfpunkt keine Nerven und als Youngster Akermann knapp eine Minute vor Spielende zum 24:20 den Endstand markierte, war der Jubel auf Seiten der Heimmannschaft groß.

Trainer Jooß lobte nach dem Spiel vor allem seine Defensive: „Wahnsinn, was die Spieler heute gegen den besten Angriff der Liga abgeliefert haben. Die Körpersprache stimmte und der Siegeswille war heute spürbar.“