Hohenems / Edgar Deibert Nach dem äußerst schwachen Auftritt in der Vorwoche geht's für die SHB zum Kellerduell nach Hohenems. Dort ist Verlieren verboten.

Nach so einer Klatsche wie dem 17:39 in Wangen könnten einem die Worte fehlen. Schließlich wähnten sich die Handballer der Spielgemeinschaft Herbrechtingen/Bolheim (SHB) auf dem richtigen Weg – kassierten stattdessen aber Haue. „Ich brauche nicht lange, um zu analysieren“, sagt aber Trainer Mickel Washington, im wahren Leben Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie und fügt an: „Im Operationssaal kann ich schließlich auch nicht fragen: Wie geht's weiter?“

Dabei sei die SHB in ihrer aktuellen Lage sein wohl schwerster Patient, räumt Washington ein. „Das ist schon so, weil wir auch nur begrenzte Mittel haben“, führt der SHB-Coach fort und weißt damit auf die personelle Situation hin. So fällt Hamza Bayik aufgrund seines Studiums (studiert in Tübingen Medizin) für den Rest der Saison aus und soll – wenn überhaupt – in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kommen.

Darüber hinaus sind zurzeit auch Janis Bauer und Michael Kling krank. Bei beiden werde sich kurzfristig entscheiden, ob sie am Samstag in Hohenems (20 Uhr, Sporthalle Herrenried) zum Einsatz kommen.

Angesichts der heiklen Situation könnte dem einen oder anderen mulmig werden, nicht so Washington, der betont. „Was sollen wir machen? Die Taschentücher auspacken? Flennen geht nicht!“ Der Trainer geht also voran, auch weil er weiß, wie wichtig die Partie in Hohenems ist. „Gegen andere Mannschaften kannst du verlieren. Aber nicht im Kellerduell“, so Washington, der damit die Marschroute ausgibt: Verlieren verboten.

SHB-Coach war verärgert

Wegen der womöglich belastenden Pleite in Wangen verordnete Dr. Washington seinem Team ein intensives Trainingsprogramm. Damit seine Spieler nicht ins Grübeln kommen angesichts der Nicht-Leistung. Neben dem „unheimlich schlechten Rückzugsverhalten“ und der schlecht ausgespielten Angriffe bemängelt der SHB-Trainer vor allem die Art und Weise, wie seine Mannschaft auftrat. „Wir haben uns unserem Schicksal ergeben. Das darf nicht sein und hat mich geärgert.“

Doch diese deutliche Niederlage könnte auch eine Art „Warnschuss vor den Bug“ sein, wie Washington es ausdrückt. „Es muss jedem bewusst sein, dass wir vor einem Vier-Punkte-Spiel stehen. Da entscheidet es sich, ob wir den Klassenerhalt noch aus eigener Kraft schaffen können.“

Die Emser sieht der SHB-Trainer als nicht so spielstark an. Dies nütze aber nicht viel, wenn bei den Gästen die Einstellung nicht stimme und sie Hohenems spielen lassen. „Wir müssen unbedingten Willen zeigen“, fordert Washington.

Hohenems mit ähnlichen Problemen

Dabei müssen die SHBler nicht so weit fahren wir die Steinheimer Handballer, knapp eineinhalb Stunden sind es nach Hohenems. Auch die Österreicher haben mit einem ähnlichen Problemen zu kämpfen: Einem für die Württembergliga eigentlich zu kleinen Kader, wie Gernot Watzl erklärt. „In den letzten zehn Minuten geht uns die Luft aus“, benennt der Hohenemser Spielertrainer das Hauptmanko.

Nach dem Aufstieg in der vergangenen Saison hätten einige Leistungsträger den Handballclub verlassen, dazu kamen Verletzungen aber auch interne Querelen. Diese konnten aber Ende des vergangenen Jahres ausgeräumt werden. Zudem stehe Watzl wieder der gesamte Kader zur Verfügung – rechtzeitig. „Das ist fast schon unsere letzte Chance, wenn wir den Klassenerhalt noch schaffen wollen“, sagt der 33-Jährige.

Nebenbei möchten sich die Emser für das 18:26 im Hinspiel revanchieren. Watzl spricht dabei von einer bitteren Niederlage. Die Chancen stünden dabei nicht schlecht, schließlich sei die heimische und „ganz enge Halle“ ein Vorteil für Hohenems.